Review
von Leimbacher-Mario
Andacht ohne Anstand und Anspruch
Auf der Beerdigung von Mr. James geht plötzlich die Post ab. Dabei dachte sein ziemlich schwachbrüstiger und von ihm allein gelassener Sohn eigentlich, dass sein Vater ein ziemlich langweiliger und eigensinniger Typ gewesen ist. Doch in Wahrheit war er ein legendärer Meisterspion, dessen skurrile Feinde (von der Omi im Rollstuhl mit Gewehrbeinen bis zum berühmten Mr. Pinata) sich nun zum Abschied scheinbar nochmal alle versammelt haben…
Zugegeben, etwas pubertär, einfältig und verwöhnt wirken bei „Mr. James Is Dead.“ nicht nur Protagonist und Punkt im Titel. Die komplette Knallchose hat eine starke Teenager- bis Rich Kid-Attitüde, die man nur schwer verdrängen und die zu starken Empathiestörungen oder gar Magenschmerzen führen kann. Ich nehme ihm das bei all der albernen Parodie aber kaum übel und genieße einfach das wortwörtliche und mehrdeutige Drauflosschiessen. Die vielen Bösewichte und Ideen sind naiv bis kreativ. Der Abspann samt „Gedenksprüchen“ hat mich erheitert. Selbst wenn vorher bei weitem nicht jeder Joke sitzt (Stichwort: Tanzkampf). Das Ding sieht durchaus teuer und hochwertig aus. Und am Ende nimmt man auch das eigenwillige Söhnchen nicht mehr zu übel und genießt nur noch den wilden Shootout mit viel Bond-Nerdtum. Ein launiger Rausschmeisser in der diesjährigen FFF-Kurzfilm-Auswahl.
Fazit: zwischen Bond-Parodie, „Kingsman“-Verschnitt und Vanity Projekt knallt diese Beerdigung gut durch.