Review
von Leimbacher-Mario
Spanischer „Shutter“?
Eines Tages wacht unsere Protagonistin mit einem lahmen, nachziehenden und fast eingeschlafenen Bein auf. Ihr wird gesagt, dass ein Dämon sich wortwörtlich an ihre Versen geheftet hat und gleichzeitig das Ritual verraten, wie sie ihn los wird. Doch die Zeit drängt, das Wachs tropft und der Knöchel schmerzt…
„The Tenant“ hat diesen ganz speziellen Spanienschauer, grau und unterschwellig alptraumhaft, den man fast nur auf der iberischen Halbinsel findet. Gepaart mit unter die Haut gehenden Momenten und J-Horror-Anleihen, kann der Kurzfilm meinen Panzer ein ums andere Mal knacken, mich erschrecken, mich zittern und ein Kissen für die Augen suchen lassen. Dass er mit dem sich (gewollt) seeehr lange ankündigenden Jumpscare dann plötzlich endet, ist zwar ein klarer Höhepunkt und zackiger Schluss, doch für mich nicht ganz befriedigend. Da hätte ruhig noch sowas wie eine Hatz durch's Haus kommen können. Naja, man kann nicht alles haben. Geht einem bei Kurzfilmen ja oft so. Und wahrscheinlich sind ebenfalls wie so oft nach der Enthüllung eh Spannung und Luft raus. Eher eine Fingerübung, die manche (*Hollywood*hust*) zugegebenermaßen unnötig zu einem leereren Langfilm aufblasen würden.
Fazit: Spanien kann Gänsehautgrusel. Auch in Kurzformat. „La Inquila“ ist trotz kreativer Schwierigkeiten und Hau-Ruck!-Finnish ein weiterer Beweis.