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Der durchaus effektive Einsatz von Hypnose kann nur ambivalent betrachtet werden, denn während sie Patienten hilft, etwa mit Angstzuständen oder einer Sucht klarzukommen, kann ihre Macht ebenso missbraucht werden. Ein Whodunit fällt beim vorliegenden Fall insofern weg, als dass für einen Kompetenzmissbrauch im Grunde nur ein unethisch handelnder Arzt infrage kommt.

Portland: Software-Ingenieurin Jenn (Kate Siegel) hat mit dem Trauma einer Fehlgeburt und der Trennung ihres Freundes zu leiden, da lernt sie auf der Party ihrer besten Freundin einen Therapeuten, Dr. Meade (Jason O'Mara) kennen, der sie unverbindlich in die Praxis einlädt. Nach einigen Hypnosesitzungen scheint es Jenn besser zu gehen, doch dann ereignet sich ein Unglück, bei dem sie Bewusstseinsaussetzer erleidet. Sie wendet sich an Detective Rollins (Dulé Hill), dem schon einmal ein sonderbarer Fall im Zusammenhang mit Dr. Meade untergekommen ist…

Mit ihrem zweiten Werk konnten sich die Regisseure Matt Angel und Suzanne Coote zumindest merklich verbessern, obgleich die Produktion nie das Niveau eines durchschnittlichen Fernsehfilms verlässt. Die schlichten Sets fallen zweckdienlich aus, sie vermitteln jedoch zuweilen eine Spur von Hochglanz und das Milieu der gehobenen Mittelklasse, wozu auch die Praxisräume des Arztes zählen. Leider wurden Teile der Hypnose nur in Ansätzen visualisiert, was bei Eintritt in einen Wald schon wieder endet. Zudem erfährt man keine Details der Hypnose, woraufhin der Zuschauer keinen Deut mehr weiß als Hauptfigur Jenn.

Allerdings hält sich das Mitfiebern deutlich in Grenzen, denn trotz einiger Recherche werden Indizien nur schleppend zusammengetragen und auch der Cop ist nur bedingt hilfreich. Ein wenig spannender gestalten sich zunächst die Zusammenkünfte zwischen Therapeut und Patientin, zumal die wenig edlen Absichten früh erahnbar sind, nur das eigentliche Ziel bleibt nebulös. Immerhin gibt es gegen Showdown einige Temposzenen, allerdings auch solche, die unfreiwilliger Komik zum Opfer fallen, denn unter Hypnose ist zwar viel, aber längst nicht alles möglich.

Die darstellerischen Leistungen gehen insgesamt in Ordnung. Siegel performt zurückhaltend, liefert jedoch in entscheidenden Momenten überzeugend ab und auch O'Mara mimt einen glaubhaften Antagonisten, welcher glücklicherweise nie dem Overacting anheim fällt. Die übrigen Darsteller performen ebenfalls passabel.

Der Psycho-Krimi fordert den geneigten Betrachter nie wirklich, in vielen Belangen gestaltet sich die Handlung vorhersehbar und in ihren Abläufen kommt die Inszenierung recht altbacken und klischeehaft daher. „Hypnotic“ entfaltet sich als taugliches, jedoch nicht mitreißendes Werk und kann bestenfalls als Durchschnitt gesehen werden.
5 von 10

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