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In einem Forschungsinstitut wird eingebrochen, doch nichts entwendet. Als kurze Zeit darauf Mitglieder der Abteilung tot aufgefunden werden, die gerade noch den Verdacht auf einen Verschleierungsakt aus den eigenen Reihen warfen, reißen der blinde Franco (Karl Malden), ein ehemaliger Journalist, und ein Zeitungsreporter die Recherchen an sich und kommen Schritt für Schritt einem nebulösen Täter auf die Spur, der alles daran setzt, sein Geheimnis zu wahren…

DIE NEUNSCHWÄNZIGE KATZE – ein Frühwerk von Giallo-Meister Dario Argento und inoffiziell der zweite Teil seiner nie wirklich als solche vermarkteten „Tier-Trilogie“ (Teil 1: DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE, Teil 3: VIER FLIEGEN AUF GRAUEM SAMT).
Wer Argento für seine blutigen, zelebrierten Morde, das Gänsehaut-Feeling oder die optischen Finessen mag, der wird hier ziemlich enttäuscht werden. So ist DIE NEUNSCHWÄNZIGE KATZE noch deutlich mehr (aus heutiger Sicht) antiquierter Italo-Krimi als packender, optisch einladender Frauenmörder-Thriller. Bezüge zu Mario Bavas BLUTIGE SEIDE, welcher als Urvater des Giallo gilt, sind zwar zu erkennen, so z.B. das Spiel mit den Farben, welches aber nur dezent Anwendung fand. Wer diese horrorhafte Farbenpracht in ihrer Perfektion genießen will, muss dann doch zu SUSPIRIA, INFERNO oder ROSSO greifen.
Die Morde sind hier auch bei weitem noch nicht so bildhaft wie in späteren Werken. Die musikalische Untermalung übernahm Ennio Morricone, ein guter Freund Argentos, den er später entließ und mit der Prog-Rockband GOBLIN ersetzte.

DIE NEUNSCHWÄNZIGE KATZE beginnt als ganz interessantes Rätselraten nach der Identität und den Beweggründen des Killers. Dies schlägt jedoch schon bald in Langeweile um, da sich nur überaus selten Ermittlungserfolge verzeichnen lassen. Mit einer Laufzeit von knapp 110 Minuten (in der ungekürzten Langfassung) ist der Film auch irgendwie zu lang bzw. zu langatmig. Hier wünscht man sich beinahe schon eine zumindest an Handlung gekürzte Fassung herbei. Ironischer Weise ist der Streifen der einzige Argento-Film, der nicht wegen Gewalt und sonstiger Moralbrüche zensiert werden musste. Eine an Handlung kürzere deutsche Fassung liegt dennoch vor.

In einer der Hauptrollen glänzt Karl Malden, der neben Michael Douglas in DIE STRASSEN VON SAN FRANCISCO zu sehen war.
Bleibt nur das Mysterium, warum der Film auf den Titel „Die neunschwänzige Katze“ hört, kommt doch im ganzen Film keine einzige Katze vor, schon gar keine mit neun Schwänzen.

Fazit:
Überbewertet! In der Reihe der Argento-Filme eher minder sehenswert.

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