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Zombies im Kaufhaus und die damit verbundene Konsumkritik gab es zwar schon vor Jahrzehnten in „Dawn of the Dead“, doch das Thema scheint stets aktuell und wird hier noch etwas konkreter: Mit dem titelgebenden Black Friday, dem Tag nach Thanksgiving, an dem manche dem hemmungslosen Kommerzwahn frönen.

Die Mitarbeiter um Ken (Devon Sawa) sind nicht gerade bester Laune, denn der stressigste Tag für die Verkäufer im Spielzeugdiscounter steht an. Als der Laden bereits brummt, wird ein Kunde von einem Parasiten befallen und mutiert daraufhin zur blutrünstigen Bestie. Weitere folgen und die Crew muss sich schleunigst in sichere Gefilde bewegen…

Zombies mit aggressiven Kunden zu vergleichen, ist wahrlich keine neue Prämisse, doch an bestimmten Verkaufstagen mag das durchaus zutreffend sein, was einige Bilder der Exposition untermauern. Anfangs bereitet der Club der Loser durchaus Laune, zumal ein paar bekannte Gesichter wie Michael Jai White oder Bruce Campbell als Geschäftsführer für ein paar unerwartete Sprüche sorgen und die Gruppe der unfreiwilligen Überlebenskämpfer einigermaßen markant ausfällt.

Mit zunehmenden Verwandlungen sticht das ausgezeichnete Make-up der Crew um Robert Kurtzman positiv hervor, denn die versierte Handarbeit macht sich in vielen kleinen Details bemerkbar. Im ersten Drittel wird immerhin einiges an Inventar zweckentfremdet, doch dies nimmt mit der Zeit spürbar ab und auch die Attacken flachen zum Mittelteil deutlich ab. Zank und Zwischenmenschliches nehmen zudem Drive heraus und es dauert fast bis zum Finale, als quasi ein Endgegner aus dem Ärmel gezaubert wird, der nur per CGI realisierbar war. Eine kluge Entscheidung, diese Bedrohung ausschließlich aus der Distanz einzubinden.

Da sich der überwiegende Teil der Handlung im Kaufhaus und den entsprechenden Nebenräumen abspielt, hätte es insgesamt etwas mehr Abwechslung bedurft. Kleine Exkurse zu anderen Schauplätzen oder auch nur die Einbindung diverser TV-News hätten hierfür bereits ausgereicht, auch hätte man den Raum mit etwas Background über den Ursprung des Parasiten füllen können. Darüber hinaus fällt der Splattergehalt eher gering aus, obgleich die Mutierten hin und wieder ordentlich kassieren, wogegen deren Untaten weitgehend im Off stattfinden.

Unterm Strich hätte es deutlich turbulenter und irrwitziger zugehen dürfen, denn die Darstellerriege zieht durchaus mit und der gut abgestimmte Score weiß ebenfalls zu überzeugen. Der Mangel an Kreativität macht sich spätestens im Mittelteil bemerkbar, der Showdown mit einer skurrilen Mutation versöhnt derweil ein wenig, doch mehr als ein bisschen gute Laune bleibt nicht hängen. Immerhin etwas.
5,5 von 10

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