„Godsend“ ist auch einer dieser Filme, der aus dem Marianengraben cineastischer Einfallslosigkeit geborgen, als simple DVD-Premiere oder Fernsehfilm hätte verschrottet werden können, wenn nicht, ja wenn nicht aus nicht näher verzeichneten Gründen ein wohl geistig umnachteter A-Mime wie Robert de Niro aus einer Black Jack-und-Nutten-Laune heraus hier eine Cameorolle übernommen hätte, die Regisseur Nick Hamm dann geschickt zu einer ordentlichen Nebenrolle umgebaut hat.
Nun will ich mal gar nicht so weit gehen, de Niro für eine schlechte Leistung zu schelten, nur hat er in dieser garantiert noch nie dagewesenen Klonkind-turns-bad-Story eine dermaßen nebensächliche Rolle, das sie ohne weiteres genauso überzeugend vom Caterer der Produktion hätte gespielt werden können.
Thematisch geht’s um ein Ehepaar (Rebecca Romijn, immer an der Grenze zum Heulkrampf; Greg Kinnear, stets besorgt dreinblickend), die ihren achtjährigen Sohnemann durch einen Unfall in der bösen Großstadt verlieren. Auftritt Onkel Robert, der in seiner flotten Landklinik mal eben aus dem frischen Zellmaterial einen zweiten Adam (der heißt wirklich so, Mörderwitz!) zu splicen. Alles läuft so ungesetzlich wie prima, bis, ja bis der Lütte seinen Todestag erreicht und danach (warum erst danach…?) gar plötzlich seltsame Tagträume und Wesenszüge an den Tag legt.
Hat der Teufel seine Hand im Spiel?
Nicht doch – während Cameron Bright noch stieren Blickes durch ein paar Höllenvisionen (Ausgelacht werden in der Schule) phantasiert, ahnt auch der tiefschlafenste Großvater hinten rechts, das der Onkel Doktor da was Fieses in den Gencocktail gemischt hat – und dass er ebenfalls mal einen Sohn hatte, der sich leider die Charakterzüge von Michael Myers zu eigen gemacht hatte, um somit gleich seine Schule abzufackeln.
Damit hätten wir dann auch den ganzen Film nacherzählt, denn dieses endlos schleppende Schauerdrama braucht fast die kompletten 90 Minuten, um diesen Mini-Plot zu entwickeln.
Zwischendurch wird sich immer wieder ganz dolle Sorgen gemacht, de Niro labert unwichtigen Tünnes und den großen bösen Hammer im waldeigenen Werkschuppen haben wir bis dato auch schon dreimal in Großaufnahme gesehen.
Ergo ein stinkfades Filmchen, bei dem höchtens Jugendstar Bright mit stierem Blick so etwas wie Unbehagen verbreitet, leider muß er sich ständig wie ein Schlafwandler geben und seine Eltern kommen kaum über das Schwachmaten-Stadium hinaus, wenn es um Erziehung geht.
Die Genmischpointe wird dann in den letzten 20 Minuten rausgefiltert (endlich, seufzt das Publikum), worauf sich de Niro schon mal für eine nicht realisierte Fortsetzung verabschiedet und dann dem scheinbar geläuterten Kinde der ganz herbe Schlußgag widerfährt, denn sich nicht mal mein Hamster besser hätte ausdenken können.
Für einen simplen TV-Film hätte es vielleicht gereicht, aber diese unglaublich spannungslosen 102 Minuten ziehen dem Zuschauer auch wirklich den letzten Zahn, so dass der Superstar praktisch noch verheerender wirkt, zeigt er doch das wahre Niveau auf.
Kritische Untertöne sollte übrigens hier niemand erwarten, Logik noch weniger.
Und die Story hätte eine solide Outer-Limits-Folge ausgemacht. (3/10)