Die Familie Duncan verliert bei einem schweren Unfall ihren Sohn. Der Wissenschaftler Richard Wells bietet ihnen mittels moderner Klontechnik aber an, genau den selben Sohn ein weiteres Mal zu bekommen. Der anfangs für die Familie Duncan noch fragwürdige Plan wird schließlich in die Tat umgesetzt. Bis zum Alter in dem der frühere Adam - so der Name des Jungen - gestorben ist, läuft alles reibungslos. Doch plötzlich wird Adam von schrecklichen Visionen geplagt und sein Verhalten verändert sich schlagartig..
"Godsend" ist ein weiterer Gruselfilm der viel Wert auf den unterschwelligen Schock und Grusel legt und FAST gänzlich auf Blut und Gewalt verzichtet. Hinzu wird die aktuell heiß diskutierte Thematik des Klonens aufgegriffen, was den Film derzeit gerade interessant macht und somit wohl auch ordentlich in den Kinoklassen klingeln sollte. Doch was als Klonen-thematisierter Film beginnt entwickelt sich schnell zu einem recht standardmäßigem Gruselschocker mit Szenen die man fast alle schon irgendwo her kennt. Die Schockeffekte zeichnen sich in diesem Film besonders durch ihre stark angehobene Lautstärke aus, was mich persönlich auf Dauer ziemlich genervt hat. Generell sind die Orte im Film ziemlich dunkel und verlassen gehalten, die Umgebung in der der Film spielt ist kahl, schneebedeckt und abgeschottet, was dem Film die nötige bedrückende Atmosphäre mitgibt. Doch die Story über einen verzweifelten Wissenschaftler der gegen das Wissen der Versuchseltern ein paar Gene seines psychopathischen, toten Sohnes mit denen des toten Adam gemischt hat wird zum einen an den Haaren herbeigezogen und zum anderen irgendwie zu "billig" für einen Film der eine so gute Grundidee verfolgt. Die Schauspieler wurden eigentlich gut rausgesucht, Robert De Niro in der Rolle des Wissenschaftlers ist eigentlich passend, nur stellenweise bringt er einfach nicht das rüber was die jeweilige Situation von ihm verlangt. Auch der kleine Junge ist in meinen Augen eher eine Fehlbesetzung. Zwar kann er die Sprünge von "lieb" zu "böse" sehr gut rüberbringen, doch nervt er an vielen Stellen des Films einfach sowohl durch Gestik und Mimik. Die Hintergrundmusik ist immer passend gewählt und versucht die Spannung zu steigern, doch im Prinzip schaudert der Zuschauer nicht vor der Story an sich, sondern ist eher angespannt und erwartet den nächsten Schock. Diesen Unterschied sollte man unbedingt beachten, "Godsend" ist nicht Angst vor dem worum es geht, es ist vielmehr Angst vor dem was gleich passiert. Und genau das unterscheidet ihn von den so beliebten asiatischen Horrorfilmen wie "The Ring" oder "Dark Water". Letzter Kritikpunkt ist das Ende des Films, bei dem offenbar mit der Szene in der der kleine Junge in den finsteren Schrank gezogen wird symbolisiert werden soll wie die dunkle Seite des Jungen entgültig Besitz von ihm ergreift und den "guten Jungen" in sich verschlingt. In meinen Augen passt dies alles nicht zusammen, man schafft es irgendwie nicht sich mit den Charakteren zu identifizieren, der ganze Film wirkt teilweise zusammengeschustert, eben weil sich der Beginn und der Fortlauf der Geschichte miteinander zu beißen scheinen.
Wenn man jedoch einen Schocker mit Starbesetzung sehen möchte, dann ist man bei diesem Film an der richtigen Adresse. Freunde von wirklichem Grusel sollten zu Filmen wie "Darkness" oder "Dark Water" greifen.
5/10