Review

Sonntag morgen, sehr früh heimgekommen, noch aufgedreht, TV angemacht und plötzlich läuft da ein gar seltsamer Film... Hatte grade begonnen,
Vorspann fehlte, es waren offenbar 4 Freundinnen gezeigt, die einen
Abend zusammen verbrachten. Kurz in Videotext gschaut: "Geheimnisvolle
Freundinnen". Nie gehört. Deutsche Produktion. Aber, ich muss sagen:
gleich von Beginn an stimmte die Inszenierung. Und, ich konnt nicht
ausmachen, hab ihn mir dann bis halb sechs noch ganz angeschaut.
Ich war sehr positiv überrascht, also, wohl der interessanteste
"Grusler" / "Thriller" aus deutschen Landen seit langem. Tolle Kamera,
guter Score und die Schauspieler machen ihre Sache richtig gut. Der Inhalt
ist ja schon im Groben angegeben, also nachdem die 4 mit ihrem Hexenbrett
geendigt haben, mit der Prophezeiung, innerhalb der nächsten 48 Stunden
werden die 4 mit dem Tod konfrontiert, und zwar in Form eines schwarzen Mannes,
entwickelt sich das ganze zu einer "Episodengeschichte". Die Freundinnen
trennen sich (toll, die Szene im Treppenhaus, als die drei Besuchenden das
Haus verlassen, und ihre gastgebende Freundin steht ganz oben, weit
über das Geländer gelehnt und schaut im blutroten Kleid herunter, wirklich
sehr schön. Diese Szene ist dann übrigens auch immer die "Überleitung" zur
nächsten Kurzgeschichte)
Die drei nun erzählten Episoden zeigen im Folgenden dann, was jeder der
drei ehemaligen Gäste in den nächsten 48 Stunden erlebet. Gleich mal
Überraschung in der ersten Story: Auftritt von Götz George als etwas
abgehobener und exzentrischer Künstler mit Hang zum Morbiden. Hat
er toll gmacht, der olle Götz ;o)))
Die zweite Story liess dann etwas nach, dafür war die dritte wieder umso
gewiefter. Zum Schluss schliesst sich der Rahmen dann wieder in der
Wohnung der Freundin mit dem Hexenbrett, und dann kommt auch die Auflösung
der Prophezeiung zutage.
Ich weiss (noch) nicht, wer für die Stories verantwortlich
zeichnet, sie haben mich aber stark an Roald Dahl erinnert. Die Ideen
sind zwar durchschaubar, auch die "Auflösungen" denkt man sich oft,
aber dafür sind sie interessant und auch intelligent und vor allem
schlüssig.
Fazit: Grusler aus deutschen Landen, der sich meiner Meinung mitnichten
hinter Hollywood zu verstecken braucht, vor Allem in Bezug Inszenierung.
Klare Empfehlung, mal anschaun, bei Gelegenheit.
7 von 10 Punkten

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