Wenn „Universal Soldier“ auf „Cube“ trifft.
Nicht immer ist eine deutlich verzögerte Veröffentlichung in Deutschland ein Indikator für eine minderwertige Produktion, doch der australische Actioner der südafrikanischen Regisseurin Dee McLachlan ist leider auch nicht das, worauf Genrefreunde ungeduldig gewartet haben.
In naher Zukunft: Der querschnittsgelähmte Gefängnisinsasse Matt Mills (Jackson Gallagher) meldet sich mehr oder minder freiwillig für eine Testreihe der Satoshi Telefair Industries. Mittels Nanobots soll er umgehend wieder laufen können, die Haftstrafe wird verkürzt und ein Wiedersehen mit der Tochter lockt ebenfalls. Doch nach der ersten Regeneration wird er unmenschlichen Behandlungsmethoden ausgesetzt, was die neue Ärztin des Instituts, Allison Turner (Kendal Rae) nicht länger erdulden will und sich somit heimlich gegen ihren Kollegen Snyder (David Arquette) stellt…
So ein Cover vermag einmal mehr viel suggerieren, doch die eigentlichen Abläufe gestalten sich komplett anders. Zwar ist das abgelegene Institut in einer verschneiten Waldlandschaft verortet, doch diese wird nur wenige Male per Drohne gestreift, während David Arquette beileibe nicht den Fokus des Drei-Personen-Gespanns markiert. Sterile Innenräume sind das Zentrum der Kulisse, welche sich rein gar nicht voneinander unterscheiden. Auch die Handlanger in schwarzer Panzeruniform und Gasmaske sind folgerichtig austauschbare Gestalten, die nur dafür abgestellt sind, der Testperson die Knochen zu brechen oder anderweitig zu schaden, damit jener sich über Nacht erholt und deutlich stärker erwacht.
Viel wird also den Mittelteil über nicht geboten, Abläufe wiederholen sich und damit die Begleitumstände der kargen Räumlichkeiten nicht komplett witzlos ausfallen, wird einmal eine Decke herabgesenkt. Den Fokus bilden indes die zunehmenden, körperlichen Auseinandersetzungen, welche zumindest einigermaßen choreographiert sind und Gallagher in einer körperlich soliden Verfassung präsentieren. Allerdings fehlt ihm die Aura eines großen Fighters und auch seine Mitspieler Rae und Arquette werden nicht sonderlich gefordert, was zum Teil der Entwicklung des Drehbuchs geschuldet ist.
Bis auf ein paar angedeutete Knochenbrüche sind nur wenige Gewaltszenen auszumachen, die Fights fallen nicht allzu drastisch aus und die Technik der arbeitenden Nanobots wird per CGI lediglich angedeutet. Immerhin treibt der Score einigermaßen an und eine Temposteigerung im letzten Drittel ist ebenfalls zu verzeichnen, wogegen die zwei, drei minimalen Twists gen Finale nicht übermäßig überraschen.
Letztlich bleibt der Stoff recht eindimensional, mangelnde Figurentiefe und die austauschbaren Sets sorgen kaum für Abwechslung, während der Actionteil okay in Szene gesetzt ist, jedoch erinnerungswürdige Schauwerte vermissen lässt. Also doch genügend Gründe, den Streifen bei uns erst so spät zu veröffentlichen…
4 von 10