Regisseur Harry Bromley Davenport (Haunted Echoes, Der Club der Kannibalen) war auch schon für den Erstling verantwortlich, welcher es überraschenderweise sogar in die Kinos schaffte. Sieben Jahre später darf er auch das trashige Sequel zum Besten geben. Wiederrum fünf Jahre später folgte sogar noch ein dritter Teil.
Mitten in den Rocky Mountains befindet sich ein großer Laborkomplex unter der Erde. Dr. Alex Summerfield (Paul Koslo) und Dr. Julie Casserly (Tara Buckman) ist es gelungen mit Hilfe einer sogenannten "Duo-Tangente", Menschen in eine andere Dimension zu schicken. Doch bei einem Test geht plötzlich etwas schief, denn nur Marshall (Tracy Westerholm) gelingt die Rückkehr von der dreiköpfigen Crew. Doch in ihr hat sich ein unbekannter Organismus eingenistet, der kurze Zeit später ausbricht. Der Laborkomplex wird evakuiert, eine Spezialeinheit und Dr. Ron Shepard (Jan-Michael Vincent) werden hinzugezogen. Tief unter der Erde beginnt bald ein blutiger Überlebenskampf, denn die Kreatur ist drastisch gewachsen und macht nun gnadenlos Jagd auf ihre Opfer.
"X-Tro II" ist ein völlig eigenständiger Film und knüpft nicht an das Original an. Die Story erinnert stark an Ridley Scotts "Alien", ohne in nur einer Szene dessen Klasse zu erreichen. Das fängt schon mal bei der reichlich übertriebenen Story an, Menschen in eine andere Dimension zu versetzen. Hochmodern sieht die Anlage auf jeden Fall nicht aus, auch die Computerzentrale ist hoffnungslos veraltet. Gedreht wurde mit größter Wahrscheinlichkeit in einer großen Fabrik. Umfunktioniert zu einem Laborkomplex erweist sich die große Kulisse als absolut brauchbar. Es gibt viele Gänge und Luftschächte, wo sich das Biest gut bewegen kann, um dann stets aus dem Hinterhalt zuzuschlagen. Doch bis dahin vergeht ein bisschen Zeit, ein gutes Drittel opfert Davenport um uns die Charaktere und deren Vorhaben zu schildern. Die Springerei in eine andere Dimension erscheint von Anfang an unnötig wie ein Kropf und die ständigen Reibereien mit Unsympath Summerfield nerven nach einer gewissen Zeit. Nach vergeigtem Versuch muss Dr. Shepard zur Mitarbeit bewegt werden, denn er reiste vor einiger Zeit unbeschadet in eine andere Dimension. Was dort passiert kann der Zuschauer nur erahnen. Man sieht nur eine riesige Kugel plötzlich reißt der Kontakt ab und kurze Zeit später wird Marshall zurückgebeamt, als einzige Überlebende.
Natürlich stimmt mit ihr irgendetwas nicht und so darf ein Monster bald alienmäßig aus ihrem Bauch platzen. In kürzester Zeit ist das Vieh riesengroß. Kein Wunder, es findet ja auch reichlich Nahrung. Natürlich ist bald der Komplex geschlossen, zusätzlich läuft noch ein Countdown. Ist dieser abgelaufen, wird das gesamte Labor mit radioaktiven Stoffen gereinigt. Immerhin kann "X-Tro II" ein paar spannende Hetzjagden durch die nebligen Gänge bieten. Mit Waffen jeglicher Art, hier lässt übrigens "Aliens - Die Rückkehr" schön grüßen, versucht man das Wesen zu vernichten. Dabei kommt es unausweichlich zu einigen Todesfällen, denn das Biest dezimiert die kleine Gruppe rasend schnell. Wer nun auf Goreeffekte hofft, dürfte ziemlich enttäuscht sein. Die blutigste Szene dürfte das Aufplatzen von Marshalls Bauch sein, ansonsten wird mal ein Opfer aufgespießt, doch meist spritzt nur ein Schwall Blut an die Wand. Man dürfte ruhig rabiater an die Sache rangehen, vor allem weil die Effekte ordentlich ausfallen. Das Ungeheuer sieht man nie ganz und oft flackert das Licht, doch gerade deswegen geht zumindest eine minimale Bedrohung von ihm aus. Mit Jan-Michael Vincent (Airwolf, Vigilante Force) und Paul Koslo (Shadowchaser, Der Harte und der Zarte) sind zwei bekannte Mimen an Bord, die schauspielerischen Leistungen bewegen sich um das durchschnittliche Niveau.
So bleibt ein trashiger und insgesamt recht passabler "Alien"-Klon. Es dauert seine Zeit, bis "X-Tro II" loslegt, doch Davenport kann einige gruselige Momente herauskitzeln. Desweiteren sind die Monstereffekte ordentlich, jedoch dürfte es schon blutiger zur Sache gehen. Storytechnisch ist das Ganze Schrott. Positiv fällt auch die Kulisse aus, trotz der total veralteten Maschinen. Der Trashfan wird seine Freude haben.