Review

In einer unterirdisch gelegenen Forschungs-Station in den Rocky Mountains veranstalten einige Wissenschaftler Experimente mit der Raum-Zeit-Krümmung und schicken dabei sogar eine Gruppe von Forschern während eines Versuchs in eine andere Dimension... doch nur ein Team-Mitglied kehrt auch wieder zurück. Die Projekt-Leiterin Dr. Julie Casserly ruft darauf hin ihren ehemaligen Kollegen Ron Shepherd zu Hilfe, der vor Jahren bei seinen Vorgesetzten in Ungnade gefallen ist, weil er damals einen identischen Labor-Komplex in Texas ohne Angabe von Gründen in die Luft gejagt hatte. Dr. Alex Summerfield, der die Aufsicht über das aktuelle "Nexus"-Projekt führt, ist nicht davon begeistert, dass man Shepherd hinzugezogen hat und fürchtet nun um die Ergebnisse seiner Arbeit. Derweil stellt sich in der Kranken-Station heraus, dass die heimgekehrte Forscherin mit einer außerirdischen Lebensform infiziert ist, die prompt aus ihr herausbricht und in die Lüftungs-Schächte der Anlage flieht. Shepherd, der nach ähnlichen Erfahrungen in Texas schon geahnt hat, dass so etwas passieren würde, macht sich zusammen mit einem flugs eingeflogenen Trupp von Söldnern auf die Jagd nach dem Ungeheuer... "X-Tro ...die zweite Begegnung" ist zwar dem Titel nach eine Fortsetzung, knüpft aber Handlungs-mäßig nicht an den britischen "X-Tro - Nicht alle Außerirdischen sind freundlich!" von 1982 an. Stattdessen gibt sich der Streifen wie ein Sequel zu einem Film, der überhaupt nicht existiert: Ständig wird da in den Dialogen auf vergangene Ereignisse Bezug genommen, von denen der Zuschauer annehmen könnte, dass sie wohl im Vorgänger stattgefunden haben sollen... was allerdings nicht der Fall ist. Wie kurios! So betrachtet äußert sich hier unverhohlen die Absicht der Produzenten-Mischpoke (u.a.: John Eyres, Michael Mazo und der notorische Lloyd A. Simandl), lediglich mittels eines auch acht Jahre später noch im Gedächtnis der Genre-Fans nachhallenden Titels auf die Schnelle in den Videotheken abzukassieren. Nun ja, Harry Bromley Davenport, der Regisseur des besagten Originals, hat sich jedenfalls gerne vor diesen Karren spannen lassen und mit dieser In-Name-Only-Fortsetzung ein "Aliens"-eskes Filmchen abgeliefert, bei dem es zwar billiger, aber nicht weniger martialisch zugeht als bei einem James Cameron. Das relativ hohe Maß an Effekten und actionreichen Set-Pieces lässt einen dann auch darüber hinwegsehen, dass Hauptdarsteller Jan-Michael Vincent in so gut wie jeder Szene ziemlich einen im Tee hat und offenbar hackedicht durch die Sets stolpert. Einen solchen Grad der Verstörung wie ihn "X-Tro - Nicht alle Außerirdischen sind freundlich!" als Mix aus Sci-Fi-Horror und bizarrem Familien-Drama (mit einer sehr viel unvergesslicheren Geburts-Szene als hier!) noch intus hatte, erreicht ein derart unoriginelles und inhaltlich schlichtes Plagiat eines Erfolgsfilms natürlich nicht mehr, aber dennoch: Mir hat "X-Tro ...die zweite Begegnung" als unverfängliches Genre-Entertainment doch ganz gut gefallen, zumal beim Creature-Design auch an Hässlichkeit nicht gespart wurde. Fazit: Kennt man ein "Alien"-Rip-Off, kennt man sie doch irgendwie alle...

6/10

Details
Ähnliche Filme