In den Bereichen Fantasy und Sci-Fi konnten bereits einige russische Filmemacher Akzente setzen, während man sich im Horrormetier immer noch überwiegend US-amerikanischer Vorbilder bedient. Dass vorliegendes Spielfilmdebüt von Patrick White wiederum das Remake eines russischen Originals von 2015 ist, spricht beinahe Bände. Denn auch dieses offenbarte nicht gerade ein Feuerwerk kreativer Ergüsse.
Vier Jugendliche um die 13jährige Anna sind regelrecht schockiert, als ein Mann vom Dach eines Hauses in den scheinbaren Selbstmord springt, welcher noch ein letztes „Pik-Dame“ von sich geben kann. Nach kurzer Recherche stoßen die Freunde auf eine russische Legende und führen ein Beschwörungsritual durch. Dieses bleibt nicht ohne Folgen…
Was White dazu bewogen haben mag, sich des Durchschnittsstoffes anzunehmen, bleibt wohl sein Geheimnis, denn sonderlich verändert hat er ihn nicht. Aus dem allein erziehenden Vater wird eine allein erziehende Mutter und ein latenter Konflikt um zu wenig Zeit und Aufmerksamkeit, was die Handlung jedoch eher ausbremst anstatt sie zu bereichern. Hinzu kommt, dass die Figuren eher lahm gezeichnet sind und ihnen Ecken und Kanten fehlen, selbst ein später hinzu gezogener Spezialist erscheint kaum vogelig genug, um der Chose die notwendige Abrundung zu verschaffen.
Erschreckend ist im Hinblick auf ein Remake auch die lieblose Herangehensweise der Erzählung als auch die oberflächliche Inszenierung. Bereits der Sprung vom Dach wird nur angedeutet und zwar per CGI, weil man augenscheinlich meinte, aus der Distanz würde es nicht auffallen. Die Erscheinung der Dämonenhexe bleibt weitgehend im Hintergrund, was kaum für Erschreckmomente sorgt, wobei die Maskerade austauschbar bleibt und allenfalls zweckdienlich ausfällt. Ferner kommt es kaum zu Gewalteinlagen, welche nicht über Fleischwunden und Messerstiche hinauskommen.
Das Setting eines tristen Hochhauskomplexes ist zwar angemessen für Hauptfiguren, deren Eltern kaum für sie da sind, doch abgesehen von einem Pool und einem Besuch beim besagten Spezialisten sorgt das kaum für Abwechslung. Das Fehlen erklärender Flashbacks ist ein weiteres Manko, stattdessen müssen Zeitungsartikel und kleine Fotos für die Hintergrundgeschichte der Titelgebenden herhalten. Lediglich der Einsatz einiger visualisierter Alpträume sorgt stellenweise für angemessene Verwirrung, während es anderweitig recht vorhersehbar und phasenweise gar belanglos zugeht.
Da vermögen die ordentlich performenden Mimen wenig auszurichten, selbst, als es gegen Finale eine Spur temporeicher und einen Hauch spannender abläuft, was in einem obligatorischen Schlussgag „sechs Monate später“ mündet.
Ein typischer Streifen, der bereits kurze Zeit nach der Sichtung vergessen sein dürfte, weil nichts Erinnerungswürdiges vorzufinden ist und der Horror mit all seinen wohl bekannten Mechanismen bereits x mal effektiver in Szene gesetzt wurde.
4 von 10