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Scarlett Johansson spielt eine Jugendliche, deren Eltern ein Wochenende verreisen. Kaum sind Vater und Mutter weg, stöbert ihr kleiner Bruder in den Sachen ihres Kindermädchens, gespielt von Eva Mendes, und findet ein Zauberbuch, bei dessen Durchblättern er sich plötzlich in ein Schwein verwandelt. Da die Verwandlung nur durch die Großmutter ihrer Babysitterin zurückgenommen werden kann, machen sich die beiden mit dem Verwandelten Jungen und dessen besten Freund auf den Weg nach Mexiko.

Es gibt durchaus Kinderfilme, die man sich auch als Erwachsener durchaus ansehen kann, weil sie besonders amüsant oder charmant sind, bzw., weil sie nicht ausschließlich kindgerecht ausgelegt sind. Bei "Immer Ärger mit Schweinchen George" handelt es sich leider um einen Vertreter dieses Genres, der keinen der beiden Vorzüge für Erwachsene zu bieten hat.

So ist der Humor, den Regisseur Erik Fleming verwendet viel zu naiv, als dass er auf Zuschauer, die das zwölfte Lebensjahr überschritten haben, belustigend, oder auch nur charmant wirken könnte und kommt damit schon beinahe peinlich kindisch daher. Und dieser grundsätzliche Fehler, die Naivität, zieht sich auch in den weiteren Belangen durch den gesamten Film.

Nervig sind so die meisten der kindischen Dialoge, genauso, wie die Story, die dermaßen klischeehaft und damit kalkulierbar gestrickt ist, dass auch die ganz Kleinen vermutlich zu keinem Zeitpunkt wirklich überrascht werden können. Jedes einzelne Genre-Klischee ist vertreten: Freundliche Charaktere, das obligatorische Happy-End, vollkommen plumpe Versuche, zum Ende hin ein wenig Emotion und Dramatik ins Geschehen zu bringen, darüber hinaus eine einfallsreiche Moral (Du sollst deinen Bruder mögen, auch wenn er nervt), die praktisch mit dem Dampfhammer serviert wird und natürlich ein, um jeden Preis in den Film integriertes Kind, damit die Kleinen auch ihre, für den erwachsenen Zuschauer überaus nervige Identifikationsfigur haben. Und mehr als dieses Aneinandertackern von Klischees, findet sich weder bei der Story, noch bei der Inszenierung, noch bei den Darstellern.

Und daher gibt es auch ansonsten rein gar nichts zu vermelden, was auch nur im Ansatz einer Innovation, einer Idee gleichkäme. Das Erzähltempo ist dabei noch nicht einmal allzu schnell und so zieht sich der vorhersehbare Plot zunehmend in die Länge, auch wenn Versuche gestartet werden, gelegentlich mal ein bisschen Spannung aufzubauen, die jedoch derart halbherzig daherkommen, dass auch sie nur bei den ganz Kleinen funktionieren dürften. Da der Film auch audiovisuell gerade mal solide ist und auch hier in keinen Belangen positiv hervorsticht, ist das unbeseelte Fließband-Kinderfilmchen leider mit dem Prädikat "schlecht" zu versehen.

Und auch die, zum Zeitpunkt des Drehs 15-jährige, nach "Der Pferdeflüsterer" als aussichtsreiches Talent gefeierte Scarlett Johansson schafft es nicht, das Übel abzuwenden, denn auch sie füllt lediglich das Klischee aus, so ist sie als zickige, pubertäre Schwester des Verwandelten, die erst nach und nach erkennt, dass sie ihren Bruder doch gern hat, zwar weder schlecht besetzt, noch gibt es darstellerisch an ihr etwas zu bemängeln, da sie sich aber gänzlich dem Klischee fügt, fehlen ihr die nötigen Sympathie-Punkte, mit denen man dem Film wenigstens etwas Charme hätte abgewinnen können. Genau dasselbe gilt auch für Eva Mendes, die hier ebenfalls in einer sehr frühen Rolle zu sehen ist, wobei sie wenigstens ein bisschen was fürs Auge zu bieten hat.

Fazit:
"Ein Schweinchen namens George" ist ein lieblos dahingedrehtes Fließbandprodukt, mit einer klischeehaften, kalkulierbaren Story, einer einfallslosen Inszenierung und frei nach ihren schablonenhaften Figuren agierenden Darstellern, das so weder den Humor, noch den nötigen Charme aufbringen kann, um den älteren Zuschauern zu gefallen, wobei ich mir nicht einmal so richtig vorstellen kann, dass er mir als Kind gefallen hätte.

18%

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