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Der von Aaron Sorkin inszenierte und geschriebene Film beschäftigt sich mit einer Woche während der Dreharbeiten zu der Serie „I love Lucy“, welche in den 1950er Jahren in den USA ein Straßenfeger war. Im Mittelpunkt stehen die beiden Hauptdarsteller der Sitcom, Lucille Ball (Nicole Kidman) sowie Desi Arnaz (Javier Bardem), der nicht nur ihren TV-Ehemann spielt, sondern auch im richtigen Leben diesen Part einnimmt. Lucilles Karriere steht auf dem Spiel, nachdem in der Presse behauptet wird, sie wäre einst in die Kommunistische Partei eingetreten. Gleichsam belasten Berichte in der Presse ihre Ehe mit Desi.

„I love Lucy“ genoss in Übersee einen hohen Bekanntheitsgrad, in Deutschland lief die Serie allerdings nicht. Vielleicht hat man den Namen schon mal gehört, mir war sie nur aufgrund von Reverenzen aus anderen Sendungen bekannt.
Eine emotionale Bindung zu den Charakteren war somit nicht von Anfang an vorhanden, baute sich allerdings auch während der Spielzeit des Dramas nicht auf. Somit glitt auch der emotionale Höhepunkt gegen Ende eher sanft an mir vorbei, weil ich zwar nach zwei Stunden an dem Leben der Figuren teilhaben durfte, aber ihnen trotzdem nie näher kam. Sie wirken genauso distanziert wie ihre Rollen in der TV-Serie auf das Fernsehpublikum.
Eingebettet in die angespannte Woche der erwähnten unangenehmen Neuigkeiten finden sich immer wieder Rückblenden, die die gemeinsame Vergangenheit der beiden Hauptfiguren beleuchten. Hinzu kommen noch quasi-dokumentarische Kommentare von ein paar an der damaligen TV-Produktion Beteiligten – die allerdings von Schauspielern repräsentiert werden.
Immerhin ist das ist alles gut gespielt. Kidmans Gesicht wirkt etwas botoxiert, Bardem überzeugt und beide sind in Form von J .K. Simmons und Nina Arianda mit gut aufspielendem Support versorgt. Ausstattung und Inszenierung sind völlig ok und man bekommt einen kleinen Einblick in die Mechanismen des damaligen Showbiz. Der Einfluss des sog. „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ wird da nur am Rande genannt, zu dem Thema finden sich aber einige andere Filme.

Der Titel geht auf die Rollennamen von Lucille und Desi in der Serie „I love Lucy“ zurück. Mit der Serie an sich beschäftigt sich „Being the Ricardos“ weniger. Sorkin legt das Hauptaugenmerk auf die Umstände der damaligen Zeit, das Showgeschäft, die Einschränkungen und Einflüsse, zeichnet somit ein kritisches Bild der damaligen Ära. So bleiben die Einblicke in die Entstehung einer Folge interessanter als die Figuren. Mit guten Darstellern besetzt, aber auch merkwürdig emotionslos bleibt ein netter Film, aber nichts für's Archiv.

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