Die Schlacht bei Messsines im heutigen Belgien war zweifelsohne wegweisend für den Verlauf des Ersten Weltkriegs. Der britische Regisseur und Co-Autor J.P. Watts setzt allerdings nicht den vermeintlich tapferen Helden auf dem Schlachtfeld ein Denkmal, sondern widmet sich vielmehr den einfachen, glanzlosen Arbeitern, die sprichwörtlich im Untergrund die Strippen ziehen.
West-Flandern im Juni 1917: Seit Monaten sind die Bergleute um William Hakwin damit beschäftigt, ein Tunnelsystem in Richtung der deutschen Stellungen zu graben. Hier soll eine gewaltige Explosion Raum für die nachrückende Infanterie schaffen, doch auch der Feind arbeitet bereits an unterirdischen Gängen…
Wie der Titel bereits suggeriert, handelt es sich um den vergleichsweise stillen Aktionsraum innerhalb des Krieges, denn nur sehr selten gewährt Watts einen Blick aufs Schlachtfeld, was nicht zuletzt dem überschaubaren Budget geschuldet sein dürfte. Während Hawkin zumindest noch einen familiären Hintergrund erhält, bleiben die übrigen vier Bergleute eher austauschbar, obgleich die Typen treffend besetzt sind und mit kleinen Eigenheiten ein wenig Individualität herauskitzeln.
Die Dringlichkeit des monatelang andauernden Unterfangens wird allerdings arg relativiert, da eine zeitliche Zuordnung kaum stattfindet und die damit verbundenen Strapazen nur auszugsweise zum Vorschein kommen. Selbst Zahlen werden selten genannt und bei einer Strecke von 40 Metern in zwei Monaten mag man sich kaum ausmalen, welche Anstrengungen nur mit Schaufel, Säcken und Stützpfeilen ausgestattet von Nöten sind.
Entsprechend wird gegraben, mit einem Stethoskop an Wänden gelauscht oder ein Brief an die Heimat verfasst, damit die emotionale Komponente nicht gänzlich außer Acht gelassen wird. Denn gerade diesbezüglich lässt das Geschehen unter Tage doch recht kalt.
Erst im finalen Akt wird die Gefahr spürbarer, als man den Deutschen gefährlich nahe kommt und ein kleiner Wettlauf gegen die Zeit einsetzt. Bis dato hält sich die Spannung deutlich in Grenzen, da viel taktiert und besprochen wird und eher auf die Diskrepanzen verschiedener Dienstgrade eingegangen wird, anstatt auf Motivationen und Befindlichkeiten der Bergarbeiter zu schauen. Das ist hinsichtlich der solide aufspielenden Mimen bedauerlich und auch der sauber arrangierte Score wirkt zuweilen ein wenig drüber, da zu keiner Zeit jene Emotionalität aufkommt, die dieser vorgibt.
Folgerichtig gibt es weder erwähnenswerte Actioneinlagen, noch sonstige Schauwerte, welche beim Graben überdies eher selten anzutreffen sind. Während handwerklich wenig anzukreiden ist und die ordentliche Ausstattung zweckdienlich ausfällt, reißt das Treiben zu keiner Zeit mit, noch generiert es angemessene Spannungsmomente. Ein Historiendrama, welches sein Potenzial kaum ausschöpft und unterm Strich erschreckend wenig berührt.
5 von 10