Ein Seebeben löst einen Tsunami aus, der ein Inselhotel überflutet. Eine Fischlieferung für die Hotelküche lockt einen hungrigen Weißen Hai an. Die Überlebenden müssen nicht nur einen Weg aus dem stark zerstörten Hotel finden, sondern werden auch von dem Hai verfolgt.
Der Film ist eine chinesische Produktion und reiht sich in die Welle moderner Tierhorror- und Hai-Filme ein, die nach dem Erfolg westlicher Genrevertreter verstärkt auch im asiatischen Raum entstanden sind. Dabei merkt man durchaus, dass hier versucht wurde, das bekannte Konzept mit halbwegs ordentlichem Produktionsaufwand umzusetzen.
Nach Schnee, Sand, Tornados, Zombieaquarien und diversen anderen Dingen schwimmt hier nun ein Hai durch die gefluteten Gänge eines Hotels. Was zunächst wie ein klassisches Creature-Feature beginnt, setzt zumindest auf dem Papier auf eine solide Ausgangsidee. Genug Potenzial für Spannung und klaustrophobisches Survival wäre hier geboten gewesen, wird aber in asiatischem Overacting ertränkt. Die Szenerie der Flure voller Wasser erinnert auch entfernt an Deep Blue Sea, erreicht aber freilich nicht dessen Klasse.
Positiv hervorzuheben ist vor allem der Hauptdarsteller, der seiner Rolle eine gewisse Ernsthaftigkeit verleiht und damit zumindest einen stabilen Anker im Geschehen bietet. Leider fällt der restliche Cast deutlich ab. Viele Nebenfiguren wirken entweder hölzern oder überdrehen ihre Rollen, wodurch einige Szenen unfreiwillig ins Lächerliche kippen. Besonders der arrogante Schnösel strapaziert sämtliche Nerven. Gerade in dramatischen Momenten fehlt es dadurch an Glaubwürdigkeit.
Die Effekte sind für einen Film dieser Art, gemessen an ähnlichen Filmen von Asylum oder SyFy, hingegen überraschend ordentlich geraten. Der Hai wirkt nicht immer perfekt, bewegt sich aber meist auf einem Niveau, das man in diesem Genre als absolut akzeptabel bezeichnen kann. Hier wird zumindest genug geboten, um die Bedrohung visuell greifbar zu machen. Leider knurrt das Vieh auch, aber das gehört wohl inzwischen zum guten Hai-Ton.
Problematisch bleibt jedoch die Umsetzung der eigentlichen Spannung. Trotz der grundsätzlich guten Prämisse gelingt es dem Film nur selten, echten Nervenkitzel aufzubauen. Viele Szenen verlaufen vorhersehbar oder ziehen sich unnötig in die Länge, sodass das Potenzial der Prämisse nicht voll ausgeschöpft wird.
Ein insgesamt solides, wenngleich durchschnittliches Hai-Feature. Gute Ansätze, ein ordentlicher Hauptdarsteller und brauchbare Effekte treffen auf schwaches Schauspiel im Ensemble und eine nur mäßig spannende Umsetzung. Für Genre-Fans durchaus sehbar, aber kein Titel, der nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Aber damit sind wir Hai-Fans ja eh nicht gerade verwöhnt.