Zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau Oto (Reika Kirishima) wird Yûsuke Kafuku (Hidetoshi Nishijima) engagiert, um im Zuge eines Festivals in Hiroshima bei einem Theaterstück Regie zu führen. Die Veranstalter drücken ihm die 23jährige Misaki Watari (Tôko Miura) als Chauffeurin aufs Auge, obwohl er, trotz Sehbeeinträchtigung aufgrund einer Augenerkrankung, seinen alten roten Saab 900 Turbo lieber selbst fahren würde. Nach anfänglicher Reserviertheit kommen die beiden ins Gespräch & vertrauen sich schließlich Dinge an, die viel zu lange ungesagt blieben.
Fast drei Stunden nimmt sich Regisseur Ryûsuke Hamaguchi für die Adaption einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami Zeit, um sie seinen Vorstellungen entsprechend auf Film zu bannen. Es ist eine gut investierte Zeit, vorausgesetzt, man kann sich auf den sehr langsam, präzise & behutsam erzählten Film einlassen. Denn leicht macht er es einem nicht, vor allem dann, wenn man mit Theater (wie ich) wenig am Hut hat. Und so folgte ich dem Geschehen erst relativ distanziert, bis es plötzlich (beim gemeinsamen Essen) "klick" machte & ich mich in den Film verliebte.
Und ab diesem Zeitpunkt war ich "drin" & konnte (& wollte) meine Augen nicht mehr abwenden, um nur ja nichts zu verpassen. Drive My Car ist starkes Gefühlskino, wunderbar unaufgeregt & entschleunigt erzählt, zärtlich & tiefgehend, umwabert von einer Aura, die vor allem bei den Nachtfahrten eine magische Dimension erreicht, gespickt mit zahlreichen leisen, unaufdringlichen Momenten, die deshalb so berühren, weil sie eine wahrhaftige Qualität haben.
Ein außergewöhnliches Werk, dessen Zauber sich bestimmt nicht jedem erschließt & das so ganz nebenbei zeigt, wie selbstverständlich & ungezwungen Inklusion sein kann.