Underworld verspricht uns den großen Kampf der Werwölfe gegen die Vampire, garniert mit einer im sexy Leder-/Latexdress daherkommenden Kate Beckinsale in der Hauptrolle. Was aber bietet er uns wirklich?
Tja, wie schon gesagt Kampf und Kate...
Was? Nicht mehr?
Genau diese Frage stellte ich mir auch nachdem ich mir den Extended Cut zu Gemüte geführt hatte.
OK. Etwas mehr wird schon geboten. Ein bisschen düstere Athmospäre und ordentliche Unterhaltung sind auch mit an Bord. Mehr aber auch leider nicht. Der Film von Debütant Len Wiseman kommt zwar optisch ganz gut rüber, aber leider fehlen ihm einige absolut entscheidende Dinge.
Da wären ein ordentlicher Spannungsaufbau, Charaktere mit denen man sich wenigstens halbwegs indentifizieren kann, ein besseres Drehbuch, bessere Darsteller, ein größeres Budget und noch einige andere Kleinigkeiten.
Zum Spannungsaubau kann ich nur bemerken, daß er eigentlich icht existent ist. Die Handlung setzt irgendwann mit einem Off-Kommentar und einer darauf folgenden Schießerei ein, ohne daß der Zuschauer auch nur einen Schimmer davon bekommt was eigentlich dahintersteckt. Im Verlauf des Films wird zwar Stückchen für Stückchen der Handlung offenbart, ohne daß allerdings auch nur der Anflug von Spannung aufkommt.
Hier sind wir schon bei Punkt zwei meiner Kritik, nämlich dem Drehbuch. Die Story ansich ist ja recht interesant, im Detail aber fehlt es an allen Ecken und Enden, genannt seien hier die fehlenden dramaturgische Höhepunkte und auch die für einen Film wie diesen wenigstens minimalen Charaktermerkmalen der Hauptfiguren bzw. deren Beweggründen. Keine Figur bekommt hier auch nur annähernd eine nachvollziehbare Tiefe die deren Handlungen ausreichend erklärt.
Eigentlich könnte man unter diesen Vorzeichen den Darstellern keine Vorwürfe machen, doch sogar in diesem Kontext fallen einige Darstellerleistungen wie die von Scott Speedman und Kate Beckinsale eher mäßig aus.
De Sache mit dem niedrigen Budget ist meine Meinung nach zwar nicht ganz offensichtlich, in den Verwandlungsszenen der Werwölfe aber genauso unübersehbar wie in den ewig gleichen Locations.
Was also rechtfertigt die sieben Punkte für diesen Film?
Da wären die Idee, die athmospärische Umsetzung, der Unterhaltungsfaktor und die Tatsache, daß wir wie meistens durch irgendwelche Werbung auf eine komplett falsche Fährte gelockt wurden. Hier handelt es sich nicht um ein Vampir Vs.Werwolf-Epos, sondern um einen Horror-Action- Streifen der B-Kategorie, der mittels düsterer Athmosphäre und aus Matrix geklauten Effekten etwas aufgepeppt wurde.
Fazit: Schuster bleib bei deinen Leisten! Als B-Movie ist Underworld recht gut geraten, aber das große Kino bietet er keinesfalls!