Hai Leute!
Vor drei, knapp vier Jahren kam Underworld in die Kinos. Ich hatte befürchtet, ich habe verflucht, ich habe gehofft... all das kam zusammen. Kurz und gut, ich bin dann mit Freunden in den Film marschiert und wurde positiv überrascht. Underworld wurde kein Meisterwerk, sondern ein solider, guter Film, dess Qualitäten klar heraus stechen und der kaum Schwächen aufweist.
Wir schreiben die Gegenwart, befinden uns im slawischen Raum, schätze mal Rumänien, aber bitte nagelt mich nicht drauf fest, kann auch Tschechien sein. Eine Frau steht auf einem Dach, in dunkles Leder und Latex gekleidet und erzählt wer sie ist. Eine Vampirin, eine Todeshändlerin und das ein Krieg nun schon seit Jahrhunderten gefochten wird. Ein Krieg gegen andere mythologische Wesen, nämlich Werwölfe. Und schon geht es zur Sache. In der UBahn bricht der Krieg mal kurz aus der Versenkung aus, lodert hell und fordert einige zivile wie auch beteiligte Opfer. Die Vampire und Werwölfe sind umgestiegen, von Klauen zu Schwertern und von Schwertern zu Kanonen. Celina findet heraus, das die Werwölfe einen Plan verfolgen... sie heftet sich an die Fährte des jungen Michael Corvin, ein amerikanischer Arzt der scheinbar eine Rolle in dem Plan der haarigen Extremköter hat. Doch sie muss erkennen, das einiges nicht so ist, wie es scheint, und das es im Prinzip sogar schlimmer ist.
Gut, eine etwas vage Zusammenfassung, aber ich würde zuviel vorweg greifen, wenn ich näher auf den Plot eingehen würde. Underworld ist nun auch kein komplizierter Film, und so vertraue ich getrost auf die Findigkeiten des Standardzuschauers.
Worauf kann ich also zu erst eingehen... ich fange mit dem einfachsten an, den Darstellern. Zwei Protagonisten sind bekannt, nämlich Bill Nighy und Kate Beckinsale. Und beide machen eine gute Figur, auch wenn Celina alias Kate immer sehr kalt rüber kommt, und es anfangs störend wirkt, weil sie so kaum Sympathien weckt, findet man nach und nach heraus, dass eine Persönlichkeit in diesem Umfeld nicht anders sich entwickeln kann. Bill Nighy kommt erst in der Mitte des Films zum Vorschein, aber er ist einfach eine Präsenz, seine Stimme und Auftreten wirken, man erkennt schnell den Theaterschauspieler mit Erfahrung. Ihr Spiel ist routiniert und gut, zu Kate Beckinsale kann man halt immer wieder anführen, dass sie schon unverschämt gut aussieht in den Klamotten, wobei die Matrixanleihe zu spüren ist, und sowieso eine sehr schöne Frau ist. Natürlich sollte man bei einer Bewertung des Schauspiels klar herausstellen, man muß den Film dann auch im Original sehen. Der wahre Protagonist ist ja Michael Corvin alias Scott Speedman. Er hat eine wahrhaft blutige Rolle. Doch schwächelt er im Vergleich zu den anderen Vertretern stark, was aber sein treuer Blick und sein Körperbau bestimmt wettmachen, nicht unbedingt bei mir... aber egal, er ist immerhin keine Katastrophe sondern akzeptabler Standard.
Nun zu der Story. Wieder eine neue Welt, neue Regeln für Vampire und Werwölfe und wer sich darin etwas auskennt, der sieht das White Wolf Rollenspielsystem hinter diesem Konzept. Und ich finde das saugut. Die Vampire mögen kein Sonnenlicht, sie sind stark, sie sind schnell und wenn man ihnen den Hals umdreht bleiben sie liegen. Etwas anders als im Rollenspiel, können diese Jäger der Nacht im Dunkeln genausoweit sehen wie Menschen, sprich ab und an gar nichts, aber das macht nichts aus, trotz düsterer Atmosphäre erkennt man genug. Die Wölfchen können den Vollmond nutzen, oder aber einfach sich so verwandeln. Sie sind intelligent und auch in der Werwolfform ausgesprochen verschlagen. Durch diese Konzeption kann der Film bedeutend actionlastiger werden, was ich ebenfalls begrüsse. Die Idee hinter allem gefällt mir auch, es macht alles Sinn und in keiner Phase des Films habe ich gedacht, dass es so nicht sein kann. Die Intrigen machen Spaß, gut nicht für die Beteiligten, aber für den Zuschauer alle mal.
Dies führt uns nun zu den Effekten. Auch hier wurde nicht gegeizt, der Drehort Osteuropa bei einem Budget wie diesem führte dazu, dass eben die Effekte gut behandelt wurden. Die Verwandlungen der Werwölfe sieht für die Zeit sehr gut aus, man bemerkt einige CGI Effekte, aber es fällt nicht wirklich auf. Außerdem sieht man auch die Kostüme der Wölfe, die sehr gut gemacht sind. All das zusammen genommen, ergibt einen grandiosen Werwolf-Vampirfilm, der viel Action hat, die, was gleich kommt, auch nicht zimperlich ist. Alle Effekte sind stimmig und auch die Ideen der einzelnen Stufen, bzw. der möglichen Hybriden ist saucool.
Nächster Punkt, ist der allseitsbeliebte Kindergeburtstag, der in letzter Zeit so häufig unser Kinovergnügen schmälerte. Der ist hier vorbei, da wird verstümmelt, abgeknallt, zerhackt und zusammengeschlagen, um es klar zu sagen, ich bin kein Freund sinnloser Gewalt (Hostel ist so ziemlich einer der beschissensten Filme, oder auch die 120 Tage von Sodom, zwei ganz besondere Exemplare), aber ein Vampirfilm ohne Blut bringt einfach nicht die richtige Stimmung rüber. Die Kampfszenen sind astrein geschnitten, man erkennt endlich mal wieder was passiert und die Schusswechsel sind ebenfalls mehr als gut choreographiert und in Szene gesetzt.
Alles in allem ein sauguter Film, gute Action, eine interessante Story, coole Konzeption, wieder mal ab 16, hübsche Darsteller und der Mut etwas anderes zu machen.
Als Vampiprfilm setzt Underworld neue Massstäbe, keine verstaubten Sargeigenheimbesitzer, sondern Krieger. Werwölfe die ihr Schicksal nicht verfluchen, sondern ihre Vorteile geniessen. 10/10
Als Horroractionfilm funktioniert er wunderbar, keine Fragen, nur Aktionen gepaart mit einer guten Story, so soll es sein. 10/10
Die Effekte und die Darsteller sind gut, ein paar komische Kleinigkeiten, die ich aber nicht erwähnen werde, beziehungsweise nicht näher drauf eingehe. 7/10
(10+10+7)/3 = 9