Review

Underworld... Zugegeben, als ich von diesem Film zum ersten Mal erfahren habe, war mir bewusst, dass das behandelte Thema viel verschenktes Potential bieten würde. Und so ist es beim Schauen der DVD dann unweigerlich auch gekommen, obwohl ich dem Film einige Qualitäten nicht absprechen möchte aber dazu später. Erst ein paar Takte zur Storyline:

Seit einigen Jahrhunderten nun existiert eine Blutfehde zwischen den Vampiren und den Lykanern (Werwölfen), die durch das fast vollständige Ausrotten der Werwölfe durch die Vampire sich langsam ihrem Ende nähert. Während einer Konfrontation in einer U-Bahn mit den Lykanern erfährt Vampirkriegerin Selene über Michael, einen Menschen an dem die Lykaner scheinbar reges Interesse hegen. Sie versucht diesen Fall aufzuklären und sieht sich mit jedem weiteren Schritt auf dem Weg zur Lösung des Puzzles mit einer riesigen Verschwörung konfrontiert.
Nun gut, die Story ist eigentlich Standardkost, weshalb es jetzt auch nicht lohnt so, darauf einzugehen. Im Film tauchen einige Wendungen auf, die überraschend wirken sollen aber durch das plumpe auf den Tisch legen der Fakten ohne jegliches Feingefühl einfach ihrer Wirkung beraubt werden. So denkt man sich als Zuschauer "Naja, dann ist es halt so..." aber wirklich berührt ist oder schlauer geworden ist man dadurch leider nicht. So eilen die Akteure von einem Punkt zum anderen und müssen in dem etwas unmotivierten Plot ein plattes Katz-und-Maus Spiel zwischen den verschiedenen Fädenziehern dieser Verschwörung spielen.
Das ist eigentlich gar nicht so schlimm, da der Film ohnehin als reiner Actionstreifen mit viel Geballer ausgelegt ist. Es gibt neben der Verfolgung des Plots eigentlich keine Szene wo nicht gekämpft (vornemlich Geschossen) wird. Für komödiantische Einflüsse hat man sich glückerweise keine Zeit gelassen, so dass der Film ernst durchgezogen wird, was diesem Film jedoch recht gut steht.

Die Akteure selbst machen ihre Arbeit während des Films relativ okay, wobei hier wirklich niemand heraussticht. Eben alles ganz passabele Leistungen, da so gut wie alle Figuren in diesem Film sehr auf das Image eines böse dreinblickenden Pistoleros reduziert werden. Dank des mittelmäßigen Drehbuchs kommen diese Figuren ohne jegliche Tiefe rüber, obwohl man sich Mühe gegeben hat die Hintergründe jeder Person offenzulegen. Wenigstens das Badass-Image was den Schauspielern bleibt transportieren sie gut UND man wird größtenteils von dummen Hollywood-One Linern à la "...and stay down!" verschont.

Jene düstere Optik die den Zuschauer den ganzen Film über begleitet und ich muss gestehen, hier zieht der Regisseur Len Wiseman einfach alle Register. Die dunklen und ungemütlichen Kulissen sind es die hier eine ganz eigene Atmosphäre schaffen können. Sei es nun die unheimliche Villa der aristokratischen Vampire oder das verkommene Versteck der Lykaner, die Kulissen transportieren und tragen das Gefühl der Dunkelheit. Oft findet man diese Kulissen in ein tiefes Blau getaucht, wunderschön durchgezogener, extrem kühler Gothic-Minimalismus.
Die Special FX finden zum Glück bis auf wenige kleine Gimmicks der Coolness willen und den Lykaner in ihrer Werwolf-Form nur am Rande statt. Vor allem die Lykaner wirken so schrecklich nach Computer, dass sich ein Gefühl der Angst oder wenigstens der Erfurcht einfach nicht breitmachen will. Viele Ballerein ließen mich auch kein bisschen mitfiebern, da sie einfach nur lächerlich und unspektakulär in Szene gesetzt waren. Da hätte man wesentlich mehr rausholen können. Schade eigentlich.
Wenigstens der Score, der passend zum Film maschinellen Industrialsound und bassigen Horrorklassiksound featured, passt eigentlich immer und kann in einem Atemzug mit der Optik gut überzeugen.

Wie schon erwähnt hat man hier einfach zu viel Potential verschenkt. Hier bekommt man eigentlich tollen Stoff geboten für einen tollen Film aber hier war man einfach nicht konsequent genung. Nagut für einen Filmabend sollte der Film jedoch reichen auch wenn man seine Erwartungen nicht wirklich hochstellen sollte.
knappe 05/10 für die tolle Optik und die düstere Atmosphäre

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