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„Underword“ beweist mal wieder das auch ohne riesiges Budget starke Actionfilme produziert werden können, die den Anschein erwecken gut das 3 – 4 fache gekostet zu haben.
„Matrix meets Blade“ könnte man diesen Film auch nennen, das soll aber nicht heißen das Len Wisemans Regiedebüt ein Abklatsch beider Werke ist. Die Story weißt zwar Ähnlichkeiten zu Blade auf ist dafür aber um einiges tiefgründiger:

Seit Jahrhunderten herrscht Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen. Während die Werwölfe die Kanalisation beherrschen, leben die Vampire in wohlhabenden Verhältnissen. Der Mensch Michael (Scott Speedman) gerät ungewollt zwischen die Fronten und wird zum Gejagten. Die Werwolfjägerin Selene (Kate Beckinsale) versucht derweil herauszufinden warum die Werwölfe hinter dem Menschen her sind und verliebt sich ungewollt in diesen. Während Michael nach einem Werwolfbiss nur noch wenig Zeit bis zur Verwandlung bleibt, kommt Selene einer mysteriösen Verschwörung zwischen beiden Todfeinden auf die Spur…

„Underworld“ ist nicht nur reines Actionkino, sondern kann auch mit einer gut ausgearbeiteten Geschichte aufwarten. Den beiden Kulturen wird dabei viel Aufmerksamkeit geschenkt, bis hin zu den Wurzeln des Konflikts. Je weiter Selene die Verschwörung aufdeckt, umso mehr verschwimmen die Grenzen zwischen beiden Rassen. Es gibt keine gute oder böse Seite, gerade das macht den Reiz dieses Films aus. Zudem wird einiges an Spannung geboten, je weiter Selene die Geschichte beider Parteien aufarbeitet. Die düstere Atmosphäre im Gothik-Look tut ihr übriges. Besonders hier merkt man den Einfluß von Matrix auf die Optik, durch Einsatz von Filtern wirkt das Bild sehr düster und dreckig. Die musikalische Untermahlung ist durchweg stimmig, die immer mal auftauchenden Metal Einlagen passen wunderbar zum Style. Auch die Actioneinlagen können durchaus begeistern: Es gibt reichlich Schusswechsel und auch ein paar besondere Gimmicks aus der Waffentrickkiste. Martial-Arts wie in Matrix oder Blade kommt zwar selten zum Einsatz, trotzdem wird es nie langweilig. Besonders sexy kommt Kate Beckinsale im heißen Lederoutfit daher, sie geht locker als weibliches Pendant zu Wesley Snipes durch, nur mit etwas weniger Coolness. Bisher konnte ich ihren schauspielerischen Leistungen ja nicht sonderlich viel abgewinnen, als frostige Vampirdame macht sich aber durchaus Eindruck und könnte durchaus Kultstatus erreichen.
Für eine 20 Millionen Dollar Produktion bleiben auch die Special Effects positiv in Erinnerung. Besonders die Animation der Werwölfe ist gelungen, dagegen sieht so mancher Blockbuster alt aus. Die Verwandlung in einen Werwolf ist dabei ein besonderer Leckerbissen, durchaus innovativ ist dabei der Blick ins „Innere“.

Das Fazit fällt überraschend positiv aus, „Underworld“ ist ein echter Geheimtipp für Actionfans die sich auch von einer etwas komplexeren Story nicht abschrecken lassen. Optisch ein wahre Augenweite, nicht nur wegen Kate Beckinsale. Wer Matrix und beide Blade Teile mochte, wird auch mit diesem Film seinen Spaß haben.

9/10 Punkten

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