Nachdem nicht nur mich der unberechenbare und ganz famose „The Art of Self-Defense“ vor ein paar Jahren ziemlich beeindrucken konnte, kommt Riley Stearns nun mit „Dual“ zurück, irgendwo zwischen Panem, Pannen und einer verworfenen Black Mirror-Folge: in einer Welt, in der man sich klonen darf, wenn man todkrank ist, soll es zum tödlichen Duell zwischen Sarah und ihrem Doppel kommen, als sie ihre Krankheit doch überraschenderweise besiegt und nicht beide gleichzeitig leben dürfen…
Leider kann „Dual“ weder seinem spannenden Setting mit auf dem Papier B-Movie-Gedanken noch dem Vorgängerwerk des Regisseurs das Wasser reichen. Er hat seine Momente und einige tolle Ansätze - kommt aber nie über diese hinaus. Karen Gillan kann gleich doppelt neue Facetten von sich und ihrem Talent zeigen, nach eher monotonen Rollen in Hollywoodblockbustern wie „Avengers: Endgame“ oder „Jumanji“. Der Score hat ein paar wuchtige Synthiemomente, die jedoch wenig in das gesamte Understatement und Unterkühltsein passen. Und die emotionalen, philosophischen sowie sozialen Fragen, die die gesamte Situation heraufbeschwört, macht einige wunde Punkte auf. Jedoch wird alles nur tangiert und meiner Meinung nach - fast wie eines Anti-Witz gleich - nie auch nur ansatzweise vollendet. Coitus Interruptus gänzlich ohne überhaupt in Wallungen geraten zu sein. Und damit will ich das Ende gar nicht vorwegnehmen. Auch zwischendurch werden einige kleine Becher aufgemacht, mal kurz dran gerochen, aber nie der Löffel mehr als ein Viertel hineingetunkt. Manch ein satirisches Augenzwinkern sitzt, aber wie gerne hätte ich mehr von dieser Welt und Gesellschaft gesehen? Auch wenn Theo James nicht der beste Darsteller ist - warum wird er nur kläglich im Intro verbraten? Warum wird Aaron Pauls Rolle nicht ausgebaut oder zumindest halbwegs ordentlich beendet? Ist das wirklich lustig, seinen Film auf etwas aufzubauen und 90 Minuten etwas anzuteasen, nur um dann allen recht plump den Mittelfinger zu zeigen?! Ich weiß nicht. Glaube eher nicht. Und deswegen wäre das als Kurzfilm wohl besser aufgegangen und ist alles doch eine Enttäuschung - sowohl nach den Erwartungen durch die beteiligten Namen vorher als auch währenddessen, da man an jeder Ecke liegengelassene Chancen sieht. Kein Gürkchen. Eher eine Zucchini.
Fazit: wie eine verlängerte, etwas öde und höhepunktlose „Black Mirror“-Folge - aber ein paar Ideen und emotionale Aufhänger lassen einen immerhin hoffen und dranbleiben. Aber zu viel wirkt (beabsichtigt) unfertig. Frustrierend und leider belangloser, blutleerer als er hätte sein müssen.