Review

Mit „Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens“ setzt Jan de Bont den mäßigen Vorgänger fort.
Lara Croft (Angelina Jolie) darf in ihrem neuesten Abenteuer direkt zu Beginn nach einem seltsamen Kugel tauchen, sich dabei natürlich in einen hautengen Tauchanzug zwängen (jaja, das vierzehnjährige Zielpublikum wieder) und in dem Tempel ein paar fiese Buben aufmischen, die ihre Begleiter abmurksen, sie verwunden und die Kugel mopsen. Der Beginn ist ganz nett im Gegensatz zum lächerlichen Auftakt der ersten Teils, die Szene mit dem Hai verkraftbar (teilweise sogar realistisch; z.B. empfehlen Meeresbiologen einen Schlag auf die Nase eines Hais, falls er angreift), nur der Teil, wo Lara von einem britischen U-Boot aufgegabelt wird (*autsch*) sollte besser übersehen werden.
Von der britischen Regierung bekommt Frau Croft auch ein paar Tage später den Auftrag, die Kugel wiederzubeschaffen, welche den Schlüssel zur Büchse der Pandora darstellt. Diese will sich ein schmieriger Waffenhersteller unter den Nagel reißen und das soll Lara verhindern, die bereitwillig auf Schatzsuche zieht. Nach der recht schicken Trainingssequenz trifft man kurz Butler und Computerfreak wieder, denen noch weniger Raum im Drehbuch als schon in Teil eins beigemessen wird.

In China hat der Schurke Chen Lo (Simon Yam) die Kugel mittlerweile im Besitz und Lara muss sie ihm abluchsen. Hierzu braucht sie aber einen Helfer und so wird kurz Ex-Lover Terry Sheridan (Gerard Butler) aus seinem Knast irgendwo am frostigen Arsch der Welt geholt, um sie unterstützen. Gemeinsam machen sich die beiden nach China auf...
Wie schon Teil eins ist „Tomb Raider 2“ ein sinnloses Popcornfilmchen, aber Regisseur Jan de Bont kann einige Schwachstellen des Vorgängers ausmerzen. Weniger pseudo-coole und extrem nervige Sprüche, auch wenn dafür kaum noch Punchlines in den Dialogen vorkommen. Die Action ist härter und besser, auch wenn man die Höhepunkte schon aus dem Trailer kennt. Die Schauplätze sind wieder schön gewählt und auch nett abgefilmt worden.
Ähnlich hohl wie im ersten Teil ist allerdings die Story: Lara hetzt um den halben Erdball, wobei die Schauplätze nur lose verbunden sind. Die britische Regierung hat auch keinen weiteren Einfluss auf ihr Tun, nur halt die Vergabe des Auftrags. Terry ist zwar als Helfer da, aber Lara macht trotzdem alles besser als er und weiß auch alles besser (warum hat sie ihn dann mitgeschleift?). Die Spannung ist nicht allzu hoch, aber halbwegs solide. Leider kann das Finale des Films wenig mitreißen, auch wenn es nicht ganz so lachhaft wie das von Teil eins ist. Die Effekte des Films sind zudem recht gelungen.

An Action gibt es wieder Shoot-Outs und Stunts, wobei die Höhepunkte alle im Trailer zu sehen sind. Dennoch kann man sich die Actionszenen durchaus ansehen, denn einige Schießereien sind sehr gut choreographiert (Innenstadt, Labor) und einige Stunts ziemlich spektakulär (z.B. der Flughörnchen-artige Sprung vom Turm). Hierbei hat Jan de Bont auch den Härtegrad auf ein höheres Maß angehoben, dass man nicht andauernd das Gefühl hat in einem Actionabenteuer für Kinder zu sitzen. Nur dem Finale mangelt es klar an Action.
Angelina Jolie guckt den ganzen Film über sexy aus der Wäsche, auch wenn das alles andere als Oscarreif ist. Gerard Butler ist auch flach, während die Bösewichte (abgesehen vom blassen Oberfiesling) Charisma entwickeln. Als böser Bube ist Til Schweiger in einer Nebenrolle zu sehen.

Unterm Strich ist „Tomb Raider 2“ etwas besser als sein Vorgänger, da das Drehbuch einige Kritikpunkte ausmerzt. Insgesamt bleibt oberflächliches Popcornkino, dass man sich mal ansehen kann, aber wirklich top ist auch dieser Teil nicht.

Details
Ähnliche Filme