Vorsicht, Spoiler!
Ja, ja, Tomb Raider 2 hat es doch glatt fertig gebracht, den ersten Teil zu unterbieten! Sämtliche Fehler des ersten Teils wurden im zweiten perfektioniert! Es ist schon ein Wunder, mit welch künstlerisch hochwertiger und psychologisch wohl durchdachten Methode dieser Film es fertig gebracht hat, mich trotz niedriger Erwartungen zu enttäuschen. Aber fangen wir ganz von vorne an:
1. Da gäbe es zuerst einmal die legendäre Haifischszene. Zunächst verstümmelt sich Croft selbst, um einen ortsansässigen Haifisch anzulocken. Dieser lässt dann auch nicht lange auf sich warten und geht direkt mit der Nase zum Angriff über. Doch Croft wäre nicht Croft, wenn sie nicht noch einen Alternativplan zu Verfügung hätte: So wird dem Hai dann mal geschwind auf die Nase geboxt und danach wird dieser als Fahrzeug missbraucht. Naja, eigentlich gibts dann ja noch so Lapalien wie Druckabfall. Aber natürlich ist Lara viel zu beschäftigt, um an einer solchen Kleinigkeit zu krepieren. Abschließend gilt es noch zu erwähnen, dass der Hai nicht unbedingt allzu authentisch aussah (da kam der Weisse Hai aus den 70er Jahren noch glaubwürdiger rüber...)!
2. Von drei potentiellen Bösewichten wird nicht ein einziger brauchbar gepusht. Selbst der Oberfiesling, der die Welt vergiften wollte, fiel nur durch sein planloses Herumgehampele negativ auf. Und zu Schweiger braucht man ja nun wirklich nichts mehr zu sagen...
3. Für das furiose Finale hat sich de Bont dann was ganz Besonderes ausgedacht: Da so ziemlich jedem im Kino klar war, dass Croft eine Einzelgängerin ist, mußte ihr völlig uncharismatische Söldnerkollege entweder den Heldentod sterben oder sich mit der Büchse der Pandora aus dem Staub machen. Da Lara jedoch schon im Vorfeld vollmundig verlauten ließ, dass sie ihn ohne mit der Wimper zu zucken abknallen würde, bleibt ja nun nicht mehr viel übrig. Danke de Bont, du hast uns vor einem nervenaufreibenden Finale bewahrt.
4. Auch das grandiose Finale mit dem anderen Fiesling (dem Typen, der die Welt vergiften will) war nicht wirklich der Bringer. Der Kerl hatte weder Kampfsportausbildung noch Charisma, um es freundlich auszudrücken.
Die Liste ließe sich noch endlos fortführen, aber ich denke, es reicht...
Positiv waren die Landschaftsaufnahmen in Afrika und Schweigers Spruch auf dem Hochhaus. Mit sehr viel Wohlwollen eine 2 von 10.