Auch dumme Filme können Spaß machen. Wenn man sie unterhaltsam präsentiert. Aber selbst das bleibt Roland Emmerichs „Moonfall“ verwehrt. Das Teil ist von vorne bis hinten Quark.
Wenn ich was Positives schreiben müsste, dann dass manch apokalyptischen Krawallszene in der zweiten Hälfte ganz nett aussieht und das Szenario, so bescheuert es auch ist, eine spaßige Grundlage sein könnte. Das war es aber auch schon, denn man macht nichts daraus.
Emmerich bedient sich der gleichen Formel wie in den 1990er Jahren und packt erst einmal alles mit Zwischenmenschlichkeiten voll. Und genau wie damals interessieren die ganzen Geflechte aus gescheiterten Typen, Ex-Partnern, Problemen mit dem Nachwuchs und familiären Konstrukten sowas von überhaupt nicht, dass es eine Qual ist. Alles auf der Erde geht am Allerwertesten vorbei, ist hanebüchen geschrieben und öde. „Moonfall“ macht hier so viele Nebenkriegsschauplätze auf, gerade was die Figuren betrifft, welche die Laufzeit strecken.
Im All sieht es kaum besser aus, da stolpert die Geschichte von einem erzwungenen Moment zum anderen. Nicht alles ergibt hier Sinn und mehrfach mag man ein verdutztes Wort seiner Wahl in Richtung des Wiedergabegeräts blaffen. „Moonfall“ überschreitet hier diverse Schmerzgrenzen.
Das betrifft auch die Optik. Mögen Weltall und lunares Gedöns noch okay aussehen, so ist alles andere ziemlich hässlich. Geht man davon aus, dass immerhin die Darstellerriege aus Menschen besteht, so scheinen diese die meiste Zeit, und zwar egal wo, vor einer grünen oder blauen Tapete bzw. auf einer Soundstage herumzuturnen. Man kann die Klimaanlagenluft in quasi jeder Szene riechen und ich bezweifle, dass die Crew hier mal das Sonnenlicht gesehen hat. Und in all dies schneidet man ohne Gefühl für Dramaturgie munter zwischen den Stationen hin und her, was gerade in der zweiten Hälfte auffällt.
„This doesn't make any sense, Brian.“
Man mag wegen der Auflösung dranbleiben und leidend auf die Laufzeit schielen, belohnt wird man letztlich nicht. Ähnlich gelagerte Werke konnten vielleicht noch mit einer gewissen tricktechnischen Raffinesse in ihrer Entstehungszeit punkten - „Moonfall“ hat davon nichts. Er ist hässlich, dumm, überladen und hanebüchen konstruiert. Er macht in seinen über zwei Stunden zu keiner Minute Spaß, geht einem dramaturgisch völlig am Allerwertesten vorbei, ist schlecht zusammengeklaut und sieht nicht aus. Hohl wie sein Mond.