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Lug! Betrug! Schwindel! Beschiss! Nicht Graf Dracula beißt jetzt auch in Oberbayern (= Alternativtitel), sondern bloß der olle Graf Stanislaus (whoever that is...), gespielt vom Italiener Gianni Garko. Anfangs ruht der Graf noch zusammen mit seiner Gefährtin Olivia (Griechische-Feigen-Star Betty Vergès) in der Gruft seines Schlosses & wird vom treuen Diener Boris (Ralf Wolter) mit in Flaschen abgefülltem Blut versorgt. Doch als eine Lieferung im Boden versickert & er den Trubel der Disco-Eröffnung im Schloss vernimmt, wagt er sich nach oben, um den köstlichen Lebenssaft direkt von der Quelle zu zapfen.

Ein gewagter Spagat zwischen gotischem Italo-Grusel & zünftiger deutscher Erotik-Komödie, welchen Abwärts-Regisseur Carl Schenkel recht gut hinbekommt. Da erhebt sich der Graf in einer Szene aus seinem Sarg & schleicht durch den Bodennebel, kurz darauf versteckt eine vornehme Dame einen meterhohen silbernen Pimmel unter ihrem Rock. Da Graf Stanislaus ständig mit seinem Nachkommen Stani (ebenfalls Garko) verwechselt wird, bekommt erstmal niemand mit, dass da ein Vampir sein Unwesen treibt. Es wird sowieso viel verwechselt in diesem Folm.

Erstes Opfer des Blutsaugers ist die hübsche Linda (Linda Grondier). Die nimmt gerade eine Dusche, als der Graf sie besucht (Anspielungen auf Psycho & Jaws sind beabsichtigt), doch sein Angriff geht ins Leere, weswegen er sie dann erst im Bett vernascht. Die Beißattacken sind recht harmlos, da triumphiert der sexuelle Subtext über den Horror. So fließt z. B. kein Blut, während sich die Ladies der Penetration meist ohne Gegenwehr mit bebenden Brüsten hingeben. Das Intro mit den barbusigen Folterknechtinnen, die einem halbnackten Opfer mit Streckbank & Glüheisen zu Leibe rücken, ist ebenfalls nett.

Nett sind auch einige der Gags; die meisten sind jedoch eher auf der müderen Seite. Da beißt ein Vampir in den TV-Bildschirm (die Tücken der modernen Technik), ein Angriff wird abgewehrt, indem der Aggressor einen Fisch zwischen die Beißerchen gestopft bekommt & als die Gräfin an einem Betrunkenen zuzelt, meint sie erfreut: "Oh. Mit Alkohol." Und das sind noch mit die besten. Es gibt diverse Wortspiele rund ums Beißen, wie die Zahnpasta-Werbung "damit sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können". Und was tun die Vampire? Sie putzen sich brav die Zähne. Sieht man in einem Vampirfilm auch nicht alle Tage.

Gedreht wurde überwiegend in Österreich, auf den Salzburger Burgen Hohenwerfen & Moosham. Den charmanten Bürgermeister ("Du schaust wieder so bildhübsch aus. Direkt zum Einibeißen.") gibt Alexander Grill & falls jemandem zwei Möpse bekannt vorkommen, so liegt das vermutlich daran, dass sie zu Bea Fiedler gehören. Ebenfalls mit dabei, in einer viel zu kleinen Rolle: Dolly Dollar. Was für eine Vergeudung von Talent! Einmal erklingt der Auf-der-Alm-Song (danke, jetzt habe ich ihn wieder im Ohr), ein Typ liest Vampirella & vier Mädels cruisen pudelnackt im VW-Käfer-Cabrio durch den Ort. Das Ende ist überraschend originell & mir glatt einen Extra-Punkt wert.

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