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Diese Komödie aus den 90ern ist tatsächlich ein Werk vom Horrormeister Carpenter. Ziemlich ungewohnt, bis auf sein Erstlingswerk „Dark Star" waren Ausflüge in lustige Gefilde bei ihm eher die Ausnahme. Vielleicht liegt es an diesem für ihn fremden Terrain, dass dieser Film trotz namhafter Besetzung nicht richtig zünden will.

Namhaft - da wäre zuerst mal Chevy „Griswold" Chase, der als Nick Halloway einen Frauenheld mimt. Als er durch einen Laborunfall einer geheimnisvollen Strahlung ausgesetzt wird, ist er plötzlich unsichtbar. Der CIA-Agent Jenkins (Sam Neill) heftet sich an seine Fersen, um ihn als Testperson zurück zu bringen. Natürlich muss es auch noch eine Romanze geben, hier in Gestalt der hübschen Alice (sehr schön wie immer Daryl Hannah), die Nick auf der Flucht zur Seite steht.

Die Idee, Menschen unsichtbar zu machen, gab es vorher schon in der Literatur (G. H. Wells „Invisible Man"), bereits 1933 gab es die erste Verfilmung von James Whale unter dem gleichen Titel. Seither gab es verschiedene andere Adaptionen, wobei die Umsetzung zumeist an der aufwendigen Tricktechnik zu scheitern drohte. Diesbezüglich kann man Carpenter keinen Vorwurf machen, die Effekte wirken verblüffend echt, wenn Halloway zum Beispiel eine Zigarette raucht und sich in seinen Lungenflügeln der Qualm ausbreitet, köstlich! Allerdings kann ich die Logik der Filmemacher nicht ganz nachvollziehen: Mal sieht man als Zuschauer Nick vollständig in Klamotten und Gesicht, mal sieht man gar nichts und manchmal guckt uns aus der Kleidung ein Nichts entgegen. Klar, Chevy Chase soll ja auch für sein Geld arbeiten, aber hier hätte ich mir eine konsequentere Linie gewünscht. Ein strafferes Drehbuch hätte dem Film auch nicht geschadet, denn leider funktioniert die Story nur bedingt. Die Dialoge sind nur teilweise witzig und langweilen den Zuschauern mit etlichen Nebensächlichkeiten. Sam Neill als CIA-Agent wird als ziemlich skrupelloser Typ dargestellt, nur leider steht ihm diese Fiesheit auch nicht gerade ins Gesicht geschrieben. Das flache Ende - natürlich finden Alice und Nick zueinander - passt dann auch ins allgemeine Komödienkonzept und kann auch nicht mehr für eine Schlusspointe sorgen.

Fazit: Trotz der auszeichneten Tricktechnik ist dieser Film für mich eine ziemliche Enttäuschung, unabhängig davon, ob dies ein Carpenter-Werk ist oder nicht. Eine bessere Story und mehr Wortwitz hätte dem Streifen ganz gut gestanden und wäre bei der Besetzung sicher auch möglich gewesen. Schade eigentlich.

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