Review

Die drei Filme um „Human Centipede“ dürften dem spanischen Regisseur Mar Targarona nicht entgangen sein, denn irgendwoher muss die Idee für die kranke Ausgangssituation ja gekommen sein. Die Ausführung ist jedoch deutlich schlichter und weitaus weniger graphisch als bei den Originalen ausgefallen, - sogar eher mutlos und zudem mit einigen Regiefehlern behaftet.

Zwei Menschen wachen nackt in einem fremden Zimmer auf: Sara und David haben sich noch nie gesehen und können sich zwangsläufig nicht voneinander lösen, da sie am Unterleib zusammen genäht wurden. Um herauszufinden, wer ihnen das angetan hat, müssen sie Hinweisen in der spärlichen Behausung nachgehen. Der Urheber scheint ein besonderes Faible für die Zahl Zwei zu haben…

Wer die durchaus vertraute Ausgangssituation mag, wird sogleich gecatcht: Einander fremde Personen erwachen ohne konkrete Erinnerungen in unbekannter Umgebung und müssen Ursachenforschung betreiben. Hier beschränkt sich alles auf ein kammerspielartiges Szenario, welches sich hauptsächlich in einem Raum mit Bett und einem Nebenraum, einem Badezimmer abspielt.

Das erste Drittel gestaltet sich einigermaßen spannend, da der Zuschauer genauso ahnungslos wie Sara und David ist. Gibt es irgendwelche Gemeinsamkeiten? Nebenbuhler? Feinde? Eine Weile hält das Rätselraten bei Laune, doch daraus entwickelt sich im Verlauf zu wenig. Schlimmer noch. Es stellen sich eklatante Regiefehler ein, die bei einem minimalistischen Zwei-Personen-Stück schlichtweg nicht vorkommen dürfen. Denn die eigentliche Bewegungsarmut scheint in gewisser Hinsicht doch dehnbar zu sein. Ursprünglich im schrägen Winkel aneinander genäht, stehen die Operierten irgendwann fast gerade nebeneinander, später liegen sie kurzfristig übereinander.

Ebenfalls wenig überzeugend ist die Darstellung des körperlichen Eingriffs ausgefallen, denn ein kleiner Wulst mit Operationsnaht wird lediglich angedeutet, wodurch nie der authentische Eindruck der wahren körperlichen Verbundenheit entsteht. Obwohl, auf die eine oder andere Art und Weise kommen sich die beiden schon näher, denn getrennte Toilettengänge sind aufgrund der Gegebenheiten auszuschließen und zumindest nimmt man den Mimen die körperliche Pein einigermaßen ab.

Natürlich gibt es final noch eine Auflösung, doch diese ergibt wenig Sinn und wird von einigen Unwahrscheinlichkeiten begleitet, was den ohnehin nicht übermäßig positiven Eindruck noch ein wenig schmälert. Insofern hätte die kurze Laufzeit von knapp 71 Minuten hinsichtlich des simplen Szenarios auch nicht länger ausfallen dürfen, denn nach einem verlockenden Einstieg folgt nicht mehr allzu viel Ergiebiges.
4 von 10

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