Satte sechs Jahre benötigten die Köpfe hinter dem Franchise von Ice Age, um eine weitere Fortsetzung nachzuschieben, welche einem bereits nur mittelmäßigen fünften Teil folgt. Zum 20jährigen Jubiläum schafft man es tatsächlich, gleich zwei Kardinalsfehler zu begehen: Der heimliche Liebling Scrat ist komplett raus und das eingespielte Heldentrio verkommt zur reinen Staffage.
Die Opossums Crash und Eddie fühlen sich von ihrer Mammutschwester Ellie bevormundet und beschließen fortan auf eigenen Beinen zu stehen. Nach dem heimlichen Auszug landen sie in der Verlorenen Welt voller Dinosaurier und erfahren vom Bösewicht Orson, der das friedliche Gebiet unter seine Fittiche nehmen will. Gemeinsam mit dem Wiesel Buck und der Stinktierdame Zee nehmen sie den Kampf auf…
So geht es nach den abgedrehten Abenteuern im Weltraum wieder etwas irdischer zu, doch das Land der Dinosaurier gestaltet sich kaum zauberhaft, mal abgesehen von Volleyball spielenden Erdmännchen. Waren Crash und Eddie bereits beim Vorgänger als leicht nervige Randfiguren in Erscheinung getreten, bilden sie hier den Fokus und sind mit wenig erbaulichen Dialogen ausgestattet, die halbherzig versuchen, Teile der zeitgenössischen Jugendsprache einzubinden, Dude.
Mammut Manni, Säbelzahntiger Diego und Faultier Sid mischen lediglich zum Einstieg und gegen Finale mit und füllen auffallend passive Funktionen aus. Selbst Sids Kommentare sind an einer Hand abzuzählen, Otto Waalkes dürfte nicht allzu viel Zeit im Studio verbracht haben. In dem Zusammenhang ist es nicht gelungen, passende Pendants für die Synchro von Arne Elsholtz (Manni) und Thomas Fritsch (Diego) zu finden, denn beide wirken letztlich recht austauschbar.
Gleiches gilt für die oberflächliche Geschichte, welche dem schlichten Schema Gut gegen Böse folgt und dieselbe Botschaft wie der Vorgänger parat hält: Veränderungen sind Teil des Lebens und man benötigt keine Superkräfte, wenn man an sich glaubt. Sobald ein wenig Bewegung ins Spiel kommt und die Opossums regelmäßig an ihren Ambitionen scheitern, wird zumindest für etwas Klamauk und Situationskomik gesorgt, doch Humor, der auch Erwachsenen dienlich wäre, findet sich rein gar nicht.
Zudem wird das Potenzial reizvoller Nebenfiguren verspielt, wie bei der Flugsaurierdame Penelope oder dem T-Rex Mother T, während der Bösewicht in Form eines lilafarbenen Pentaceratops auch nicht viel hermacht, was überdies für die Scharen seiner Schergen gilt, die überwiegend aus blauen und grünen Raptoren bestehen. Überhaupt wirkt die Ausarbeitung der eigentlich bunten Dinosaurierwelt recht lieblos und wenig kreativ, richtig gelungen sind hingegen die Texturen diverser Felle, die kleinste Details hervorheben.
Kindgerecht und familientauglich ist das Ding durchaus noch, doch vom Witz der ersten Ausgaben ist dieser Teil meilenweit entfernt. Die Erzählung bleibt generisch und beliebig, gleiches gilt für die Helden, die nur sehr bedingt sympathisch erscheinen. Herzblut und Magie scheinen somit endgültig perdu.
4 von 10