Zwei siamesische Zwillinge, der eine ein Mensch, der andere ein Monster, wurden in ihrer Kindheit zwangsgetrennt und ziehen Jahre später durch die Gegend, um sich an den für die Trennung Verantwortlichen blutig zu rächen.
Mit "Basket Case" schuf Regisseur Frank Henenlotter mit wenig Geld eine gelungene Mischung aus Horror und Trash, wobei der Trashgehalt auf Grund der irrwitzigen Geschichte voller skurriler Figuren eindeutig überwiegt.
Allein schon die Idee mit dem siamesischen Zwilling, der seinen Bruder, der ein lediglich aus Kopf und Armen bestehendes Wesen ("Er sieht aus wie ein gequetschter Oktopus") ist, in einem Weidenkorb durch die Landschaft trägt, um mit diesem gemeinsam die Ärzte zu bestrafen, die sie damals auseinanderoperierten, ist eine herrliche Sache, wobei dieses Motiv erst im Verlauf des Films durch Rückblicke erklärt wird. Dazu kommen dann noch weitere Spaßigkeiten, wie die Kommunikation zwischen den beiden Brüdern, bei der sich das Monster namens Belial mittels Gedankenübertragung mit seinem Geschwisterchen unterhält oder die völlig überzogenen Nebenfiguren, wie der ekelig versiffte Hotelmanager oder die merkwürdigen Hotelgäste, die ständig in Hektik durch die Flure rennen, wenn mal wieder etwas im Zimmer der Zwillinge vor sich geht. Zu dem unwirklichen Erscheinungsbild der Figuren tragen zudem die schauspielerischen Leistungen der Darsteller bei, die mit Ausnahme der Hauptfiguren alles andere als Glaubwürdiges abliefern.
Auch den Sets sieht man das geringe Budget an und so ist es keine Seltenheit, dass hinter dem Fenster eine gemalte Skyline auszumachen ist oder ein offen gehaltener Fahrstuhl als Büro des Hotelmanagers herhalten muss. Aber diese billige Machart verleiht dem Film einen dreckigen Look und schafft eine eigene, nicht uninteressante Athmosphäre. Hierzu trägt auch der dezente Einsatz der Musik bei, die, wenn sie denn mal zu hören ist, sehr wirkungsvoll ist.
Bei der Darstellung des Monsters Belial ging man so vor, wie man es aus den klassischen Horrorfilmen kennt, sprich anfangs sieht man das Wesen nicht, sondern nur dessen Taten und nach und nach werden Körperteile von ihm präsentiert bis man es schließlich in ganzer Pracht zu Gesicht bekommt. Und Belial kann sich durchaus sehen lassen, denn die Figur sieht wirklich schön fies aus. Hauptsächlich wurde der Wüterich durch eine (Hand-)Puppe in Szene gesetzt, aber es gibt auch zwei Stellen, in denen auf die Stop Motion Technik zurückgegriffen wurde, wobei hier natürlich kein Ray Harryhausen zugegen war, was man den wenig flüssigen Bewegungen auch ansieht.
Bei den Bluttaten Belials gibt es einiges an rotem Lebenssaft zu verzeichnen, wobei es neben den saftigen Kratzwunden zudem Abwechslung in Form einer umfunktionierten Kreissäge oder von zur Gesichtsverzierung zweckentfremdeten Skalpellen gibt. Diese Effekte sind ebenfalls niedrig budgetiert und als solche erkennbar, machen aber Freude und zusammen mit den grausigen Schreien Belials sind sie nicht selten uneffektiv, wobei in der rückblickenden Operationsszene der Höhepunkt der effektiven Inszenierung auszumachen ist.
Insgesamt ist Frank Henenlotter mit wenig Geld ein spaßiges, kleines Filmchen gelungen, das eher Freunde des ungepflegten Trashs als des gepflegten Horrors zufriedenstellt und von mir immer wieder gerne mal gesichtet wird.