Review

Duane Bradley fährt mit seinem ungleichen siamesichen Zwilling Bealei nach New York um nach den Tätern zu suchen, die sie damals voneinander trennten. Weil sein Zwillingsbruder eine Art Mutation ist, was ihm aus seiner linken Körperhälfte rauswuchs, muss er seinen Bruder immer in einem Strohkorb herumschleppen. Damals wie heute ist sein Bruder Bealei eine ungewollte Abart, ein Ungeheuer, dass es nicht verdient zu leben. Weil Duane aber gegen dieses Vorhaben war, machen sie sich auf sich an allen Ärzten und Chirugen zu rächen, die daran beteiligt waren. Doch das erste Opfer ist ein anderer. Der Vater.

Was Frank Henelotter hier mit Basket Case schuf, ist der absolute filmgewordene Versuch Dramatik mit Trash zu verbinden. Das Grundgerüst an Story klingt eigentlich ohne weiteres dramatisch und auch in gewisser Weise tiefschürfend. Die beigemischte Liebesstory und die Eiferssuchtsszenen des Mutantenbruders Bealei, der es nicht ertragen kann, dass sein Bruder neben ihm noch einen Mensch lieben könnte, geben der Story einen weiteren dramatischen Touch. Ohnehin wirken dadurch die Morde berechtigt, man kann tatsächlich nachvollziehen, wie und warum dieses gewisse Etwas von Fleischklumpen mit seinen Opfern umgeht. Daran liegt aber leider der Fehler des Filmes, der uns zwischen einer kritischen Story und einem unfreiwillig komischen Trashmutanten wechseln lässt, der leider aus heutiger Sicht mehr als lachhaft aussieht. Nun gut, es wurde das Jahr 1982 geschrieben, da kann man es dann doch schon nachvollziehen, dass dieses Stop and Motion Vieh so arg umherruckelt oder einfach wie ein zusammengeklebtes Pappmaschemonstrum aussieht. Aus dieser Hinsicht amüsiert der Film halt ohne Ende. Trash as Trash can, wenn Bealei dort umhertrollt und mit seiner Papphand die Opfer aufschlitzt und ihnen grosse tiefe Schürfer zufügt. Goremäßig ist das hier eh ohne weiteres gut bis ausreichend, lediglich die Kreissägenszene mit dem Vater musste sich, wohl budgetbedingt der Selbstzensur hingeben. Alles andere als (un)lustig und erheiternd ist aber vorallem die letzte Szene, in der Bealei die bereits tote Freundin von Duane vergewaltigt, deren Blut aus ihrer Vagina, wie Wasser aus einem Wasserfall läuft. Man wechselst in diesem Film tatsächlich ständig zwischen dramatischen Mordszenen, aufgrund der Intention des Filmes und eben ungewollten Lachern aufgrund diesem lustig anzusehenden Mutant. Darstellermäßig verläuft hier alles sehr solide, Duane als verzweifelter Junge, der alles für seinen verachteten Mutantenbruder tut, ist da immer noch der überzeugendste, gewisse Symphatien sind also da. Der Rest ist relativ austauschbar, wenn auch einige Charaktere wie der Hotelbesitzer, die knappbekleidete Dicke und Duanes Freundin wichtige Charaktere sind, die in Erinnerung bleiben.

Fazit:
Durch und durch Trash, der mit einer guten Story absolut unterhält. Basket Case kann man wohl getrost als Trashkult bezeichnen. Bealei als Mutant ist einfach bloss herrlich mitanzusehen und offenbart uns ein paar unfreiwillige Lacher.

7/10

Details
Ähnliche Filme