"What's in the basket?"
Mehr als 40 Jahre nach Veröffentlichung des Films sollte doch ein jeder wissen, was bzw. wer da im Körbchen ist.
"My brother! [...] He's deformed. A freak. He looks like a squashed octopus!"
Auf seine eigene verquere, kranke & perverse Weise ist Frank Henenlotters kultiges Bruderdrama ein Meisterwerk des B-Movies. Die tragische Geschichte der unglücklichen Kreatur Belial, die sich mit ihrem (ehemaligen siamesischen) Zwillingsbruder Duane Bradley (Kevin VanHentenryck) an den Ärzten rächt, die sie getrennt haben, hat nichts von ihrer Kraft, ihrem Wahnwitz & ihrer Faszination verloren. Und was wäre der Streifen ohne die schillernden Nebenrollen? Terri Susan Smith als Rezeptionistin Sharon, die Duane will, aber Belial bekommt. Beverly Bonner als "Nachbarin" Casey, der sich Duane in einem Moment der Schwäche anvertraut. Robert Vogel als Manager der schäbigen Absteige, in der sich die Brüder einquartieren ("This isn't a hotel, it's a nuthouse!"). Das sind ganz wunderbare "Typen" mit einem authentischen Flair, das man mit Geld nicht aufwiegen kann.
Das trifft auch auf Duanes Spaziergang durch die schmuddelige 42nd Street zu, währenddessen er von einem Dealer die Ohren vollgequatscht bekommt. So war es damals, so ist es längst nicht mehr. Auch die New Yorker Skyline gibt es in dieser Form längst nicht mehr, mit den Twin-Towers, die stolz in den Himmel ragen. Basket Case ist originell, dreckig, brutal, einfallsreich, kraftvoll, blutig, pervers, makaber, grotesk, charmant & garstig-lustig. Die Figuren wirken echt & sind liebenswert, sogar Belial (der manchmal via Stop-Motion animiert wurde), trotz seiner Eifersuchtsanfälle. Erst gegen Ende verliert er durch eine unverzeihliche Handlung sämtliche Sympathiepunkte. Übrigens dauert es mehr als 30 Min., bis man den "Freak" in all seiner glorios-scheußlichen Pracht zum ersten Mal sieht.
Ein Low-Budget-Wunder, dieser Film. Einfach nur genial.