Review

Fünfter und proklamiert auch finaler Teil der Storm - Reihe, die 2014 erst im eher kleinen und unrühmlichen Z Storm begonnen und dann durchweg Fortschritte, zumindest in Sachen Kinoeinspiel und damit Zuspruch beim Publikum gemacht hat. Vor allem den wichtigen chinesischen Markt hat man trotz einer eher stets durchschnittlichen filmischen Qualität, dem beibehaltenen Schauplatz Hongkong und auch der Darsteller von dort – zudem eher Gesichter aus dem Fernsehen – erstaunlicherweise erobert; ein tatsächliches und überraschendes Comeback von Autor und Regisseur David Lam nach einem längeren Hiatus und einer auch schon vorhergehend eher geringen Reputation. Die Formel wird hierbei natürlich beibehalten, eine Mischung aus einer Inszenierung, die eher dem großen Fernsehfilm entspricht, der Verwendung von durchaus (aus der kleinen Mattscheibe) bekannten, aber jetzt nicht berühmten Schauspielern und einer Handlung zusammengestellt aus Finanz- und Korruptions- und Verschwörungskonglomerat sowie mancherlei Actionszenen:


Als bei einem Attentat auf die Menschenrechtsaktivistin und Richterin Emma Pong [ Jessica Hester ] der beistehende Direktor of Investigation der Independent Commission Against Corruption (ICAC) getötet und der helfende Investigator William Luk [ Louis Koo ] verletzt wird, wird für Pong Personenschutz durch Lau Po-Keung [ Julian Cheung ] speziell und der G4 Truppe allgemein initiiert. Währenddessen macht sich die ICAC selber auf die Suche nach den Hinterleuten, wobei sie auf den Menschenhändler King [ Rosyam Nor ] und dessen Zwischenmann Siu Cheuk-Ah [ Michael Tse ] stoßen, wobei der Ermittler Ching Tak-ming [ Kevin Cheng ] zusätzlich Hinweise bekommt, dass sein Bruder Ching Fai-Hung [ Bosco Wong ] in die Angelegenheit mit verwickelt ist.

Spätestens hiermit und dem weiteren Boxoffice Erfolg mit ca. 100 Mio. USD an den umkämpften chinesischen Kinokassen ist Louis Koo zum derzeit einträglichsten HK-Darsteller geworden; Koo, der verstärkt seit Ende der Neunziger vom früheren Arbeitgeber Television Broadcasts Limited (TVB) weg und auf die große Leinwand gewandert ist, gilt aufgrund einer nahezu durchweg guten Auswahl seiner Projekte, dem Bedienen des Massengeschmacks und weniger der unliebsamen Überraschungen sowie viel Fleißarbeit seitdem als feste Größe im Business; vergleichbar mit vielleicht noch Andy Lau und eventuell noch Donnie Yen, aber ansonsten kommt dann erstmal niemand mehr. Im darstellerischen Geschick ist dabei noch Luft nach oben und wird sich meist dem Umfeld angepasst und weniger nach Höheren gestrebt, gerade die Rolle in den Storm - Filmen ist wie die Reihe selber eher Dienst nach Vorschrift, die Pflicht und nicht die Kür, die Figur wirkt durchgängig recht steif und ohne Leben; auch wenn man das hier etwas zu ändern versucht und ein frühes Trauma in die Handlung integriert.

Auch die Filme selber bleiben gleich, sind aber mit überschaubarer Laufzeit und relativ hohen Tempo gesegnet, was über die Unzulänglichkeiten und die gewisse vorhandene Biederkeit (gerade in den Dialogszenen) sowie natürlich auch den Pathos (der Kampf gegen die Korruption, dafür die leichte Anbiederung an entsprechend staatliches Wohlgefallen) hinweghilft. So wird auch hier gleich eine huld- und mahnvolle Rede bei einem Kongress bezüglich der Arbeit und Verdienste des ICAC geschwungen, nur um dann ein Attentat noch vor Ort abzuwehren und in die Körperlichkeit zu gehen. Ein gescheiterter Bombenanschlag, dazu zwei bewaffnete Schergen, eine ebensolche Hintermannschaft in der nächsten Kampfzone Parkhaus und ein spät anrückendes SDU-Team; Koo bzw. seine Figur muss erstmal alleine in die Gegenwehr, wobei ihn der neue Choreograf Nicky Li immerhin mit frischen Ideen und viel Geschick auch ganz gut dabei aussehen lässt. Auch folgend wird bei einer Razzia im Warenlager mit Backup der Polizei mit den blauen Bohnen um sich geschossen und langsam und nach und nach eine klinische Geschichte mit vielen Gesichtern daraus gewebt; wobei man sich erneut darauf einstellen muss, dass hier feste Rollen wiederholt werden, aber vorangegangene und in früheren Geschichten auch 'verstorbene' Schauspieler hier abermals und dies in anderer Funktion auftreten.

Auch die allgemeine Dramaturgie wiederholt sich, ein Korruptionsthriller mit mancherlei persönlichen Momenten, die nicht so wirklich interessieren und nicht tatkräftig genug involvieren; bevor man sich an all dem steifen Bürokratiekram in Anzug und Krawatte und den eher drögen Ermittlungen verliert, wird auf der Schnellstraße ein Überfall von mehreren Wagen auf einen Personenkonvoi und dies mit durchschlagenden Effekten (und mäßiger, da dünner, eher aus der Wirkung herausreißender Tricktechnik), und anschließend noch die Beseitigung von losen Enden mit bspw. einer fußläufigen Verfolgungsjagd durch Innenstadt und einer Überführung probiert. Helfen tut auch, dass Koo nicht alleine die Filme schultern muss, sondern über die Jahre mit Julian Cheung und Kevin Cheng vergleichbare Akteure als hier auch wichtige Stützen gefunden hat und man die Ereignisse erst verteilt und nach und nach zusammenführt; so zum Beispiel bei dem erweiterten Zeugenschutz, der im letzten Drittel zu einem Angriff einer südostasiatischen Söldnertruppe während einer Veranstaltung vor dem Kulturzentrum und einer ausufernden Schießerei (und dem Einsatz von Handgranaten) mit einigen gelungenen Bildkombinationen führt.

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