Als im März 2022 bekannt wurde, dass Bruce Willis seine Schauspielkarriere aufgrund von Aphasie beenden würde, mag das für einige seiner Fans ein Schock gewesen sein. Auf der anderen Seite fragen sich viele, warum er in vier Jahren in 22 größtenteils minderwertigen Produktionen mitwirkte und dabei meist nur Kurzauftritte absolvierte. Das verhält sich bei vorliegendem Actionfilm nicht anders.
Paul (Jesse Metcalfe) besucht seinen Vater Robert (Willis) nach drei Jahren Funkstille in einer abgelegenen Altersresidenz, die einer überwachten Festung gleicht. Noch ahnt niemand, dass bereits ein Trupp von Söldnern unter der Führung von Balzary (Chad Michael Murray) in der Nähe lauert, um dem vermeintlich harmlosen Robert einen unsanften Besuch abzustatten…
Der schnörkellose Actioner nimmt rasch ein flottes Tempo auf: Die Söldner, einschließlich der Klischee-Amazone sind flugs am Ort des Geschehens, während ein Vater-Sohn-Gespräch bereits Gründe für den Überfall andeutet. Obgleich das Gelände von Kameras überwacht wird, befinden sich am Maschendrahtzaun offenbar keine Sensoren, sobald hier eine Zange angesetzt wird, was ja total für die Sicherheit der Residenz spricht.
Entsprechend gestaltet sich das Entern des Geländes als noch einigermaßen abwechslungsreich, doch sobald sich ein Kern der Bewohner in eine Art Bunker zurückgezogen hat und die Gründe für die gewaltsame Konfrontation bekannt sind, nehmen ansprechende Momente kontinuierlich ab. Hinzu kommt die komplette Vorhersehbarkeit der Geschichte, selbst Gegenwehrmaßnahmen generieren keinen Überraschungsmoment.
Die Action selbst besteht ausschließlich aus einigen Ballereien und kurzen Fights, die einer allenfalls zweckdienlichen Choreo folgen. Hier und da fließt oder spritzt zwar etwas Blut, doch viele Szenen sind reichlich holprig inszeniert, indem etwa geschossen wird und erst Sekunden später ist das Ergebnis zu sehen, wodurch natürlich keine Dynamik entstehen kann.
Womöglich litt das komplette Editing unter dem Umstand, dass viele Szenen mit Willis verkürzt oder anderweitig umgeschnitten werden mussten, während der Ohrhöhrer für Textanweisungen in einigen Einstellungen zu sehen ist. An anderen Stellen musste ein Stuntdouble eingesetzt werden, was ebenfalls deutlich auszumachen ist. Willis selbst wirkt ein wenig müde, allerdings rettet sein Charisma wie so oft einiges.
Ursprünglich plante Regisseur James Cullen Bressack aus dem Stoff eine Trilogie zu machen, doch dafür dürfte es an allen Ecken und Enden mangeln, wie bereits vorliegendes Werk untermauert. Score, Ausstattung, Performances und Kamera bewegen sich allesamt auf B-Niveau, während die Geschichte kaum spannende Momente, noch mitreißende Action zutage fördert. Die bemühten Versuche, das Geschehen hier und da aufzulockern, scheitern ebenso wie das unaufgeregt ablaufende Finale, welches kaum Lust auf eine etwaige Fortsetzung versprüht.
3,5 von 10