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Einst gefeierte Actionstars möchten natürlich nie zum alten Eisen gehören und wenn es gut läuft, werden sie von Sylvester Stallone für Expendables angeheuert. Andernfalls muss man eine Produktion im kleinen Rahmen stemmen, weshalb sich Michael Jay White und Mickey Rourke als ausführende Produzenten zusammen taten. Wer deshalb auf saftige Action hofft, dürfte sich spätestens im Mittelteil die Augen reiben, auch, um nicht vorzeitig einzuschlafen.

Nach einem missglückten Einsatz leidet DEA-Agent James (White) unter PTBS. Just als er mit seiner Frau zu einem entspannenden Wochenende unterwegs ist, wird sein Heim und somit seine beiden Töchter nebst Gästen von Gangstern überfallen. Denn Drahtzieher Johnny (Rourke), der soeben aus dem Knast freikam, versteckte genau hier Zaster aus einem früheren Raub…

In nur elf Tagen an wenigen Schauplätzen abgedreht, sieht man dem Werk unter der Regie von Asif Akbar von Beginn an das geringe Budget an, als in der Eröffnungsszene Mündungsfeuer per CGI auszumachen ist und diverse Kopfschüsse aus dem Rechner auch nicht überzeugender gestaltet sind. Als James beim Schusswechsel drei Frauen in einem nicht einsichtigen Raum tödlich verletzt, ist das entsprechende Trauma zwar nachvollziehbar, die anschließenden therapeutischen Ansätze allerdings nicht.

Lange Zeit beschäftigt sich der Stoff einerseits mit jener psychischen Belastung, andererseits mit den Vorbereitungen der Gangster, die hierfür so dermaßen auffällig im parkenden Wagen vorm Tatort sitzen und labern, dass es im Grunde jedem Dorfpolizisten sogleich ins Auge stechen müsste. Doch anstatt abzuwarten, bis alle vier Bewohner alltagstechnisch aus dem Haus sind, wählen sie ein Partywochenende mit voller Bude. Derweil hat Rourke kaum mehr zu tun, als sich als Cowboy zu verkleiden und alte Freunde zu begrüßen, damit noch ein paar Szenen mehr als Laufzeitstrecker auszumachen sind.

Die Angelegenheit in Richtung Home Invasion funktioniert allerdings kaum, weil es am entsprechenden Timing mangelt, was ebenfalls für den finalen Akt zutrifft. Entsprechenden Fights mangelt es an Dynamik und einer vernünftigen Choreo und der Showdown selbst wird dermaßen herunter gebrochen, dass erst gar keine Spannung aufkommen kann. Zudem erweist sich der Stoff als in nahezu jeder Pore vorhersehbar.

Michael Jay White wird bei alledem kaum gefordert und vermag nicht einmal in Ansätzen zu demonstrieren, wie fit er eigentlich noch ist. Rourke kann ohnehin nicht mehr performen als eine Wachsfigur, die für den jeweiligen Moment kurz erhitzt wird, damit überhaupt so etwas wie eine Gesichtsregung auszumachen ist. Zudem wird Jeff Fahey als korrupter Polizist lediglich für zwei, drei Szenen eingesetzt, während der Rest allenfalls tauglich schauspielert.

Kurzum: Der Streifen mit dem nicht nachvollziehbaren Titel „Commando“ bietet deutlich zu wenig Action, liefert kaum Spannung und offenbart eine holprige Inszenierung. Zudem leidet die Geschichte unter vielen naiv konstruierten Begebenheiten, ganz zu schweigen von einigen Kontinuitätsfehlern und Logiklücken. Den können Genrefans problemlos auslassen.
3,5 von 10

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