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Nachdem sie beinahe in ihrer eigenen Wohnung in London von Straßengangstern ermordet wurden , zieht ein junges Paar nach Irland in das Haus der verstorbenen Tante des Ehemannes . Dort bekommen sie von der neuen Nachbarin den Hinweis , jeden Tag etwas frisches Fleisch an die Gartenmauer zu stellen und ja nur nie durch die Türe zu gehen , denn die Goblins , die dort lebten , seien nicht sehr nett ...

Ops , he did it again .

Schon vor einigen Jahren bewies Regisseur Jon Wright , dass man betrunkene Iren ( in einer Komödie ! ) als nicht sonderlich sympathisch darstellen kann . Bis dahin hatte  ich nicht gedacht , dass das überhaupt möglich sei . Dennoch war Grabbers technisch versiert und interessant genug um zu unterhalten und sooo unsympathisch waren die Einheimischen bei "Grabbers" dann auch nicht . Bei "Goblins" schaffte Wright dann aber den nächsten Schritt zu gehen und wirklich jeden unsympathisch wirken zu lassen - mit Ausnahme von Personen , die weniger als 2 Minuten im Film vorkommen . Das beginnt mit dem Paar , das aus einem Harry Potter Verschnitt Weichei mit Hang zur Cholerik und einer Kratzbürste , die wohl noch nie gelächelt hat , besteht . Später kommt dann eine einheimische Handwerker Familie mit gemeinem Vater (Colm Meaney - da passt der Nachname mal) und ein stadtbekannter Trinker hinzu . Die "mordwilligen" Straßengangster muss ich ja wohl nicht extra erwähnen .

Im Haus angekommen , vergisst man natürlich erst mal die Goblins zu füttern - was aber ( wider Erwarten ) keine Probleme verursacht . Später geht man dann auch  durch die Türe , die aber offenbar nur in einen normalen Wald führt , denn auch andere Leute gelangen dorthin ohne durch die Tür gegangen zu sein .

Von den namensgebenden Goblins bekommt man dann die erste Stunde erst einmal nichts zu sehen . Stattdessen verwandelt sich der Film in eine Art " Straw Dogs - Wer Gewalt sät " Version light , indem besagte Handwerker Familie ( von der niemand wie ein kompetenter oder auch nur inkompetenter Handwerker wirkt ) zur Bedrohung wird . Da schlägt Colm Meaney schon einmal seinen ( zurückgebliebenen ? ) Sohn mit großer Leidenschaft und ärgert sich , wenn die Frau der Neuankömmlinge ihn davon abhält . Eben genannter Sohn versucht dann später ( wohl aus Dankbarkeit ) die Dame des Hauses zu vergewaltigen und / oder zu ermorden , wobei ihr die Goblins ( im Off ) zur Hilfe kommen . Danach geht es schon mit den Handwerkern zum "Showdown" , in dem die Goblins dann ihren Auftritt haben . Warum die Goblins nun der Frau beim Überfall des Sohnes helfen , das bleibt ebenso im Dunkeln , wie der Grund , warum die kleinen Wesen überhaupt auf sie zu hören scheinen . Weil sie die kleinen Biester ein einziges mal gefüttert hat ? Es wäre sicherlich nicht schlecht gewesen mal eine verständliche Beziehung zwischen Frau und Goblins zu etablieren . Aber selbst um eine Bebilderung der ersten Kontaktaufnahme Frau & Goblins drückt sich der Film . ( Man stelle sich mal vor in "E.T." würde Elliott in den Garten gehen und in der nächsten Szene wäre er schon ein guter Freund des Außerirdischen ! ) Schließlich sind die Goblins anscheinend ziemlich gemeine Wesen , da sie ja einen Säufer einfach grundlos ermorden und auch die Tochter der Handwerker Familie mit Freuden aufschlitzen . Warum sie also der Frau des Paares helfen , aber die anderen mit diebischer Freude meucheln , bleibt da doch ziemlich unklar . ( Und um ein wenig kryptisch zu bleiben um das Ende nicht zu verraten : Nein , das kann nichts mit dem Ende zu tun haben , da ja offenbar weder die Frau noch die Goblins gewusst oder geahnt haben , was da am Ende passieren würde / könnte . Es gab ja keinerlei Vorzeichen dafür . )
Zudem ist dieser "Showdown" Handwerker gegen Goblins enttäuschend kurz und unspektakulär , wenn auch zweckdienlich umgesetzt worden .
Um einen unrunden Film noch mehr "abzuunrunden" , folgt dann nach dem "Showdown" noch mal ein kurzer Horrorpart in der Welt der Goblins , der einen Ticken ernster rüberkommt und für mich überhaupt nicht zum Rest des Filmes passte .

Fazit : Vielleicht bin ich einfach mit der falschen Vorstellung an den Film gegangen . Bei kleinen Filmmonstern wie den Critters oder Gremlins erwartete ich vielleicht einfach Humor , der vom Film aber gar nicht vorgesehen war . Hier aber fehlt jeder Witz ( nicht nur der Humor ) , die Bedrohung , sympathische Protagonisten und eine interessante Geschichte . Einzig die Umsetzung der Goblins und die allerletzte Szene empfand ich als gelungen ... Enttäuschend .

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