Review
von Leimbacher-Mario
Dumminion
Zum abschließenden Teil der „Jurassic World“-Trilogie darf Regisseur Colin Trevorrow nochmal ran, der ja immerhin den ersten Ableger einigermaßen in den unterhaltsamen Bereich manövrieren konnte. In „Dominion“ leben Menschen, Tiere und Dinosaurier mehr oder weniger harmonisch auf unserem Planeten zusammen - bis eine gierige Tech-Firma mit genmanipulierten Riesen-Heuschrecken das Ökosystem schon wieder in's Wanken bringt und die alten sowie neuen Protagonisten dabei nun zusammentreffen…
„Jurassic World - I'm not a Fan…“
Schon „Fallen Kingdom“ war schnell vergessen und bis auf ein paar einzelne Shots komplett unnötig. Auf „Dominion“ trifft dies leider noch ein dickes Stück mehr zu. Ein paar verlorene Weitwinkelmomente verstrahlen etwas Pracht und Anmut. Auch dank feiner Beleuchtung. Es gibt dieses Mal wirklich sehr viele verschiedene Dinoarten zu erspähen. Wenn auch die meisten davon nur sehr kurz. Die Effekte sind nicht alle gut, aber immerhin manche. Andere sind lobenswert handfest und praktisch gebaut. Dazu ein paar augenzwinkernde Sprüche und solide Chemie des alten Casts (vor allem die Gesichtsausdrücke von Sam Neill und natürlich Goldblums Spleen). Das alte Theme gibt natürlich immer ein stt Erpel weit Gänsehaut, dafür muss es nur kurz angespielt werden. Doch ansonsten ist „Jurassic World 3“ oder „Jurassic Park 6“ ein Gähnfest sondergleichen. Überlänge aus der Hölle der eingeschlafenen Füße. Echt ein Worst Of, in dem einfach nur nochmal extrem viele ikonische Momente der Reihe unangenehm aufgewärmt werden. Chris Pratt zeigt wirklich massiv, das er kein guter Darsteller ist. Er macht’s zudem hier fast auf Autopilot. Anstatt Dinos bekommen wir Rieseninsekten zu sehen. Das ist nicht das, was man erwartet und wofür man gezahlt hat. Einige Effekte wirken gerusht. Das vor ein paar Monaten veröffentlichte Intro auf dem Campingplatz hat’s leider gar nicht in den Film geschafft. Eigene Ideen oder gelungene Ansätze, Szenen und vor allem Emotionen sollte man gar nicht erst suchen. Da reicht keine Lupe der uns bekannten Galaxis.
Die Ökomessage wirkt platt und plakativ. Dann alles noch schön mit Extraminuten und bizarr schlechten Schnitten strecken/beschleunigen. Eher mieses Videospiel als ausgewachsenes Hollywoodprodukt. Fertig ist der Pustekuchen. Und für jeden Filmfan wohl sogar schon eher ein Pustelkuchen. Braucht kein Mensch. Braucht sogar kein Kind. Wären sie's bekanntermaßen nicht schon längst, hätte spätestens jetzt der letzte Dino per Kopfschuss zur Ausrottung seiner Spezies gerne freiwillig beigetragen… Trevorrows Steinzeitsüppchen gleicht einer kreativen wie unterhaltungstechnischen Bankrotterklärung. Seit Jahrzehnten fliegen im Netz grandiose Drehbücher zu genau diesem Szenario herum - und dann kommt dabei sowas heraus, bei dem man nur mit dem Kopf schütteln könnte, wäre man nicht schon längst weggepennt…
Franchisrating
Jurassic Park - 10/10
Jurassic Park: The Lost World - 8/10
Jurassic Park 3 - 3,5/10
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Jurassic World - 6,5/10
Jurassic World: Fallen Kingdom - 4/10
Jurassic World: Dominion - 3,5/10
Fazit: ein uninspirierter und höllisch langweiliger Dino-Blockbuster, dessen einzige Aufgabe es zu sein scheint, die besten Szenen des Franchises nochmal (deutlicher schwächer) aufzuwärmen. Meistens egal, manchmal sogar erbärmlich. Bitte in fünf Jahren kein „Jurassic Universe“ oder sowas…!