Die erste Staffel der US-Adaption von Ghosts bietet genau das, was eine gute Geisterkomödie braucht: skurrile Figuren, absurden Humor und ein warmherziges Zentrum. Das Grundkonzept – ein junges Paar erbt ein marodes Herrenhaus, in dem eine bunte Truppe aus Geistern verschiedener Epochen lebt – ist so einfach wie effektiv. Besonders gelungen ist die Chemie zwischen Rose McIver als Sam, die nach einem Nahtoderlebnis die Geister sehen kann, und Utkarsh Ambudkar als Jay, der sie zwar nicht sieht, aber trotzdem in den irrwitzigen Alltag mit hineingezogen wird.
Jeder Geist bringt seine eigene Geschichte, Persönlichkeit und teils herrlich alberne „Superkraft“ mit – vom melodramatischen Wikinger bis zum Revolutionsoffizier mit Alexander-Hamilton-Komplex. Die Serie lebt von den kleinen Interaktionen, den Running Gags und dem beständigen Wechsel zwischen Humor und überraschend emotionalen Momenten. Auch wenn nicht jede Folge gleichermaßen zündet und manche Witze sich etwas wiederholen, bleibt das Tempo hoch, und die Charakterentwicklung sorgt dafür, dass man am Ende mehr an diesen Geisterhaushalt gebunden ist, als man anfangs erwartet.
Mit einer Mischung aus klassischem Sitcom-Charme, cleverem Dialogwitz und einer Prise Herz liefert Ghosts in Staffel 1 solide Unterhaltung, die Lust auf mehr macht. Die Serie ist nicht revolutionär, aber sie hat einen ganz eigenen, liebenswerten Ton gefunden, der in der heutigen TV-Landschaft angenehm heraussticht.
7 von 10 Sternen