*** SPOILERWARNUNG ***
Disney nutzt weiter seine Lizenzen. Nachdem man den Mandalorianer in eine bislang gelungene Serie geworfen hat, reaktivierte man eine beliebte Nebenfigur aus der Original Trilogy – den Kopfgeldjäger Boba Fett. Warum die Wahl ausgerechnet auf ihn fiel, ist mir nach Ansicht der ersten (und einzigen?) Staffel ein Rätsel.
"Every Galaxy has an Underworld", so wurden die sieben Folgen umfassende Miniserie angeteasert. Das versprach was, der Klang machte hellhörig. Und es begann interessant – mit der Beantwortung der Frage, die man sich seit der ersten Ankündigung gestellt hat, wie er denn den Sarlacc hinter sich gelassen hat.
Letzten Endes tingelt Boba dann zwischen seinem Bacta-Tank in Jabbas Palast und der Fußgängerzone von Mos Espa hin und her und macht Sachen in Rückblenden. In diesen verbringt er viel Zeit bei den Tusken, eröffnet dort zeitweise eine Fahrschule und legt sich mit dem Pyke Syndikat an. Das macht alles so semi Spaß und schon früh kann einen das Gefühl beschleichen, dass man nicht so recht wusste, wie man mit dieser Figur, die in kleiner Dosis zum Kult wurde, eine interessante Geschichte weiterspinnen kann.
Und dann gibt es da noch die Folgen 5 & 6, die eigentlich die Höchststrafe für die Hauptfigur darstellen. Denn nicht nur gehören sie zu den Highlights in der Serie, sie haben auch nahezu nichts mit Boba Fett zu tun. Klar kann man ihnen vorwerfen, mit Fanservice überfrachtet zu sein. Aber es fühlte sich so viel besser an, als alles davor. Hinzu kommt, dass nahezu alle anderen Figuren interessanter sind als er.
Fennec Shand, Black Krrsantan oder eben der Mandalorianer haben mir mehr Freude bereitet, als dieser unentschlossene Möchtegern-Gangster. Ganz groß war da noch das Auftreten von Cad Bane, den man dann leider auch beseitigt hat. Wobei – wer stirbt bei Disney schon für immer?
Technisch kann man für Serienniveau nicht viel meckern, das sieht alles schon gut aus. Die Effektorgie am Ende musste vielleicht nicht sein und einen Innovationspreis verdiente man sich mit dem Design nicht. Vielleicht, weil's nur nur mal wieder die Wüste war. Auch der Titelsong nahm hier nicht so recht mit.
Gar nicht mal so fett, das Book vom Boba. Es bleibt am Ende das Gefühl, dass man mit der Figur nicht viel anzufangen wusste. Die beiden extra erwähnten Folgen zogen die Serie ziemlich rauf, in die Bewertung kann man sie aber eigentlich nicht einfließen lassen. So es bei der einen Staffel bleibt, hätte man sich das alles auch sparen können.