„Die Tödlichen Zwei“ ist ein kleiner, unwichtiger Film, der von Chang Cheh mit seinen Stars David Chiang und Ti Lung irgendwann kurz nach „The New One-Armed Swordsman“ abgedreht wurde. Sonderlich viel Mühe hat man sich dabei nicht gegeben. Die Story beruht lose auf einem echten Entführungsfall der mit für das Scheitern der Sung Dynastie verantwortlich war. Die tatsächlichen Ereignisse werden hier aber zugunsten einer heldenhafteren Geschichte, in der die Guten, trotz vieler Opfer am Ende gewinnen, verdreht, einseitig dargestellt oder einfach unterschlagen. Mich würde es ehrlich gesagt nicht wundern, wenn sich Chang Cheh einfach nur ein Geschichtsbuch geschnappt und dort eine beliebige Seite aus einer beliebigen Epoche genommen hat, um daraus ein Handlungsgerüst für ein knappes Dutzend Kampfszenen abzuleiten.
Die Entführung des Prinzen ist nicht zu sehen, der Prinz selbst mit einer 5 Sekunden dauernden Ausnahme auch erst am Ende. Man konzentriert sich lieber auf den Hauptdarsteller Ti Lung und dann nach 30 Minuten auch noch auf David Chiang, die zusammen mit einer Handvoll Kameraden versuchen den Prinzen zu befreien. Durchs Drehbuch vorgegeben gibt es nur zwei Wege zum Ziel. Einer führt durch ein Lager der Jin, der andere über eine morsche Brücke, die noch von den „The New One-Armed Swordsman“ Dreharbeiten übrig war und hier noch mal für eine elendig lange, dämliche, mies gefilmte und noch schlimmer geschnittene Spannungssequenz herhalten muss. Irgendwie schafft man es dank David Chiangs „Lifting Skills“ doch noch über die Brücke, steht vor dem Tempel in dem der Prinz versteckt ist, rennt aber im letzten Moment doch lieber davon und mitten ins Lager der Jin-Soldaten. D’oh!
Man merkt schnell, dass der Film verzweifelt versucht irgendwie auf eine kinotaugliche Lauflänge zu kommen. Dazu zeigt man schon mal in einer Rückblende insgesamt 3 Angriffe auf ein paar unwichtige Sung Soldaten oder schickt die Hälfte des Rettungsteams wie die Lemminge (im wahrsten Sinne des Wortes) über die Brücke und dann runter in den Abgrund und kommt am Ende doch noch nicht einmal auf 80 Minuten.
Immerhin füllt man die kurze Zeit nicht mit belanglosen Dialogen sondern mit zusätzlichen Fights auf. Die sind halbwegs vernünftig inszeniert und hübsch blutig. Und das obwohl Ti Lungs Axt mehr als nur lächerlich aussieht. Spektakuläres gibt es trotzdem nicht zusehen. Also keine Empfehlung.
3/10