So langsam müssten bei Asylum die Megatiere durch sein, sofern nicht noch etwas mit Mega-Gewittertierchen folgen sollte. Das Konzept ihrer Tierhorrorbeiträge ist mittlerweile recht simpel gestrickt: Man nehme einen selten gebuchten Altstar wie Tom Sizemore oder Eric Roberts, platziere ein paar unerfahrene Mimen um ihn herum und setze alle im Wald aus, - den Rest erledigt der Computer.
Im kolumbianischen Regenwald auf der Insel Escapada: Eine kleine Gruppe von Studenten um Professor Malone (Eric Roberts) möchte das Gebiet nach Höhlenmalereien untersuchen, als der Lehrkörper von einer giftigen Spinne gebissen wird. Gegengift könnte eine seltene Orchideenart spenden, doch genau diese ist von einer 20 Meter langen Boa umgeben…
Man weiß gleich, dass man bei Asylum gelandet ist, wenn der Score sofort losmarschiert obgleich im Grunde noch nichts passiert ist. Im vorliegenden Fall gönnt er dem Publikum nur selten eine Pause, wohl, um die Inhaltsleere ein wenig zu kaschieren. Denn bis auf den Angriff auf zwei Wilderer gleich zum Einstieg, hält sich das Vieh doch eher im Hintergrund auf. Es würgt einige Leute, manche auch aus, doch blutig ist hier nichts.
Die Figurenzeichnungen fallen eher mau aus und es gibt keinen eindeutigen Sympathieträger, während ein paralleler Handlungsstrang um die Bemühung eines Rettungsfluges völlig für die Katz ist. Zumal der mehrfach erwähnte Sturm augenscheinlich nicht bis in den Regenwald vordringt, in dem es durchweg windstill ist. Und auch die ach so giftige Spinne wird als Wespenspinne eingeordnet und die ist nahezu ungefährlich, außer wenn man Professor Malone heißt.
So latscht die Gruppe die meiste Zeit durch den Urwald, ohne dass eine spürbare Bedrohung auszumachen ist. Einige Dialogpassagen unterstreichen, es hier nicht mit der Oberliga an Schauspielkunst zu tun zu haben, während zumindest die Kamera ordentlich arbeitet und einige Luftaufnahmen zu den wenigen Highlights zählen.
Ansonsten fallen die CGI wie gewohnt unterdurchschnittlich aus und selbst einige Flammen wurden per Computer in die Szenerie geworfen. Die Schlange selbst bewegt sich immerhin einigermaßen geschmeidig, doch selbstverständlich bleibt der Boden unter ihr völlig unverändert, was bei einem entsprechenden Gewicht eher unwahrscheinlich ist.
Trotz der vergleichsweise kurzen Laufzeit von 85 Minuten mangelt es hier nahezu komplett an Schauwerten, es kommt selbst zum Showdown kaum Spannung auf und auch ein gelangweilter Eric Roberts rettet nichts. Statt Megaboa eher Megalangweiler.
Knapp
3 von 10