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Der junge Yûji (Jô Odagiri) erbt von seinem Freund Mamoru (Tadanobu Asano), der sich nach einer Mordtat in Haft das Leben genommen hat, eine hochgiftige Qualle, die sich in der Gefangenschaft an Süßwasser gewöhnt hat. Eines Tages entwischt ihm das lebensgefährliche Tier in die Kanalisation…

Das einfühlsame Porträt einer in der modernen Gesellschaft Japans verlorenen Jugend findet mit der von ihrem natürlichen Klima entwöhnten Qualle ein magisches Sinnbild für jene gesellschaftliche Dressur am Menschen, die ihn von seinen Wünschen und Träumen entfernt und auf abstrakte Werte einer gefühlsarmen Leistungswelt einschwören will. Mit spielerischen Verweigerungs- und Ausbruchsversuchen begibt Yûji sich auf eine verschlungene Reise, die zu einer Wiederentdeckung der Individualität und der Freiheit des Einzelnen, aber auch zur Auseinandersetzung mit der älteren Generation ausreift. Der Befreiungsschlag des Protagonisten vollzieht sich auf filmischer Ebene auch für Regisseur Kiyoshi Kurosawa, der mit entsättigten Farben, lebhafter Kamera und eingestreuten Videoschnipseln Abschied vom kühlen Untersuchungscharakter vergangener Arbeiten nimmt und eine nie gesehene Nähe zu seinen Figuren aufbaut, die sich mit dem lebensfrohen Schluss auf bezaubernde Weise auf den Zuschauer überträgt.

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