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Hätte man kurz nach dem Erfolg von „Jurassic Park“ die Äußerung gewagt, irgendein Stoff von Michael Crichton sei eher durchwachsen oder gar miserabel, hätte man damit wohl faktisch Selbstmord begangen. Mitte der 90er Jahre – genauer gesagt, gerade einmal zwei Jahre nach Steven Spielbergs „Jurassic Park“ – sah die Welt dann wieder anders aus: „Congo“, eine weitere Verfilmung eines Chrichton-Romans, hatte das Licht der Welt erblickt.

Die ohnehin bereits recht dünne Vorlage aus der Feder des Meisters der Dinosaurier wurde von „Arachnophobia“-Regisseur Frank Marshall zu einem faden, über weite Strecken extrem unausgegorenen Dschungel-Thriller verwurstet: Nachdem der Kontakt zu einer Forschungsgruppe im afrikanischen Urwald abgebrochen ist, sieht sich die verantwortliche Minengesellschaft dazu gezwungen, einen weiteren Forschungstrupp in diese Region zu schicken. Mit an Bord sind neben der Forscherin Dr. Karen Ross (Laura Linney) ein Gorilla, der die Gebärdensprache beherrscht, sein „Herrchen“ und der schwerreiche Herkermer Homolka (Tim Curry), der es auf einen im Dschungel verschollenen Diamantenschatz abgesehen hat.

Das klingt ja eigentlich im ersten Moment nach einem recht ordentlichen Abenteuer-Filmchen, das gut und gerne für einigermaßen angemessene Unterhaltung sorgen kann. Das ist „Congo“ aber keineswegs. Das liegt zu einem großen Teil an der durchweg unterirdisch agierenden Schar der Hauptdarsteller. Tim Curry konnte mich noch nie so richtig in seinen Rollen als fieser Bösewicht überzeugen (, wenngleich er auf diese Rolle schon fast abonniert zu sein scheint,) und auch hier überwiegt der negative Eindruck, den ich von ihm gewonnen habe. Laura Linney ist als ehrgeizige Wissenschaftlerin zwar noch als kleiner Höhepunkt in der Riege der Darsteller zu sehen, jedoch ist ihre Leistung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Dylan Walsh als tollpatschiger „Affen-Papa“ kann ebenso wenig überzeugen wie Ernie Hudson in seiner Rolle als Dschungel-erfahrener Führer der Gruppe, der dann letzten Endes doch nicht so tough ist wie er es auf den ersten Blick vermuten lässt.

Frank Marshall inszeniert die Geschichte dieses Forschungstrupps, der letzten Endes auf eine Horde von Killer-Affen trifft, so langweilig wie es nur irgendwie möglich ist. Richtige Spannung entwickelt sich, wenn überhaupt, nur in dem ebenfalls durchwachsen gestalteten Finale, das neben einigen Bauchschmerzen ob der optischen Erscheinung auch einige offene Fragen bereitet. Es passt einfach an (fast) allen Ecken und Enden nicht.

Lediglich der Score von Jerry Goldsmith kann noch halbwegs überzeugen und für ein wenig Kurzweil sorgen. Insgesamt bleibt jedoch der Eindruck, mit „Congo“ ein Stück seiner kostbaren Lebenszeit verschwendet zu haben. Zu sehr bewegt sich dieser Film in eingefahrenen Bahnen des Genres und bedient sich dabei fleißig den Klischees, die über die Jahre hinweg im Bereich des Dschungel-Abenteuers geschaffen wurden. Eine wirklich verdammt dürftige Verfilmung einer schwachen Vorlage – eine Kombination, die zwangsläufig zum Scheitern verurteilt ist. Finger weg! 2/10

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