Arbeiter der Firma TraviCom werden nach Zaire geschickt, um dort Diamanten zu suchen, die für eine neue Informationstechnik gebraucht werden. Doch etwas greift sie an und tötet sie. Die Firma schickt eine zweite Gruppe mit Wissenschaftlerin Karen Ross (Laura Linney), um das Gebiet zu erforschen und letztendlich trotzdem die Diamanten nach Hause zu bringen. Mit dabei ist Dr. Peter Elliot, der seinen Gorilla Amy in freier Wildbahn aussetzen will. Geführt wird die Expedition vom Ortskundigen Captain Munro (Ernie Hudson). Abgeschnitten von der Zivilisation stoßen sie im Dschungel bald auf eine böse Affenart, die nur einem Instinkt nachgeht: alle menschlichen Wesen auszulöschen.
Gewagter Stoff, selbst für einen routinierten Autor wie Michael Crichton, Vater von "Jurassic Park", "Sphere" und "Twister". Wer bei "Congo" ein weiteres Meisterwerk jener Güteklasse erwartet, wird bitter enttäuscht. Die Story ist nämlich ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Das äußerst innovationslose Drehbuch lässt leider absolut kein Klischee aus. Die Protagonisten retten sich aus dem Flugzeug ... drei Sekunden bevor es explodiert. Immer wenn die Menschen in der Klemme sitzen, muss Gorillaweibchen Amy sie da rausholen. Und es versteht sich ja von selbst, dass die geldgeilen Pseudoschurken alle einen bösen Tod sterben müssen.
Die ganze Geschichte wird äußerst wirr und zusammenhangslos erzählt und bleibt einige Erklärungen schuldig. Der Film ist zudem teilweise äußerst realitätsfern und tischt dem Zuschauer Halbwahrheiten auf, dass diesem die Haare zu Berge stehen. Sei es der Diamanten-Handlaser, der einen ganzen Satelliten zerstören kann oder eine Apparatur, die Affen zum Sprechen bringt. Sowieso hat es manchmal den Eindruck, als ob das Affenweibchen plötzlich Intelligenzschübe bekommt und zu weitaus fähigeren Gedanken kommt, als die Menschen. Jaaaaaaaa genau...! Das Drehbuch biegt sich die Dinge so zurecht, wie es sie gerade braucht, ohne auf Kontinuität oder Logik zu achten. Folglich entstehen ein dutzend Unplausiblitäten, die sich gewaschen haben.
Die Spannung hält sich bei "Congo" auf einem verhältnismäßig niedrigen Level. "Jurassic Park"-Qualitäten kann dieses Affentheater nie aufweisen und so bleibt der Film von Anfang bis Ende äußerst berechenbar und ruft somit leichte Ermüdungserscheinungen vor. Auch die Action ist relativ schwach inszeniert. Zwar sind für FSK12-Niveau einige blutige Bilder zu sehen, aber generell bleibt der Streifen zahm und leider etwas lahm. Erst im Finale legt der Film etwas an Geschwindigkeit zu, bleibt aber actionmäßig schön monoton. Menschen, die mit ein paar Maschinengewehren fünf Minuten lang auf Riesenaffen einschießen - das ist kein besonderes Highlight. Aber wenigstens gibt's am Schluss einen tricktechnisch gut gemachten Vulkanausbruch zu sehen. Auch alle anderen Effekte und auch die Affenkostüme sind auf einem gesunden Level und durchaus vorzeigbar.
Das Regiewerk ist hingegen einschläfernd. Es werden keine originellen oder atemberaubenden Bilder gezeigt. Der Regisseur greift auf die üblichen 08/15-Einstellungen zurück. Die Darsteller wiederum gehen in Ordnung. Vor allem Ernie Hudson (bekannt aus "Ghostbusters") kann als Expeditionsführer recht überzeugen. Die Charaktere, die die Akteure allerdings verkörpern müssen, sind gesichtslos und äußerst klischeehaft. Die Farbigen dienen wie immer als Kanonenfutter, oder besser gesagt als Frischfleisch und Tim Curry spielt den lahmarschigen geldgierigen Möchtegernbösewicht aus dem Bilderbuch zum Ausschneiden.
"Congo" mag für extreme Genrefreunde ja interessant und witzig sein, aber allgemein gesehen hat der Zuschauer es hier mit einem äußerst lahmen und vorhersehbaren Actionwerk zu tun. Zwar mag der Film technisch ganz ok sein, aber die Story ist so altbacken und wirr, dass weder Spannung noch Lust auf mehr aufkommt. Irgendwie scheint das ganze wie eine härtere Variante eines Disney-Abenteuerfilms...und wie die ablaufen, weiß ja inzwischen jeder zur Genüge.