Es war einmal das Schloss Portillon, in dem ein Graf (Ernst Stankovski) & ein Oberst (Sieghardt Rupp) lebten, die sich stinkefeind waren. Eine rote Linie trennte den Besitz halb-halb, sie triezten sich ständig & ihr Diener Philippe (Ralf Wolter) hatte alle Hände voll zu tun, um ihren Wünschen zu entsprechen & eine Eskalation zu vermeiden. Besuch kündigte er z. B. an, indem er blies oder flötete, je nachdem, zu wem der Besuch wollte. Babette (Angelica Ott) & Monique (Barbara Capell), die Mädels von der Wäscherei, mussten sich den notgeilen Männern, die ihnen nur zu gern die Jungfräulichkeit rauben würden, ständig erwehren. Dann kam Blande (Edwige Fenech), die Freundin vom "Schäkerchen" (= der Oberst), aufs Schloss & das Liebeskarussell begann sich zu drehen...
Ein frivoler & hübsch ausgestatteter Historien-Quatsch von Giuseppe Zaccariello (aka Josef Zacher), anspruchslos, sexy, harmlos & hin & wieder sogar lustig. Für den ersten blanken Busen sorgt, wie könnte es anders sein, die bezaubernde Frau Fenech, die vermutlich noch keinen blassen Schimmer hatte, dass ihr eine fruchtbare gelbe Zukunft blühen sollte. Wir lernen sie in einer Kutsche kennen & hilfsbereit, wie sie nun mal ist, schlüpft sie aus ihrer Kleidung & wirft sie aus dem Fenster, um einem Reiter, den sie eben erst kennengelernt hat, den Weg zu weisen. Vielleicht, weil sie da bereits ahnte, dass der kleine Oberst nicht mehr ganz so strammsteht. Des Obersts niedliche Umschreibung ("Die Artillerie räumt die Stellung. Taktischer Rückzug!") quittiert sie empört: "Willst Du mich am ausgestreckten Arm verhungern lassen?"
Tatsächlich ist das durchaus im Rahmen des Möglichen, denn obwohl sie es faustdick hinter den Ohren hat, will keiner so recht anbeißen. Selbst der Reiter vom Anfang ziert sich. Er: "Sind Sie verletzt?" Sie: "Hm-hm." Er: "Wo denn?" Sie: "Ich weiß nicht, man müsste vielleicht mal suchen."
Jeder gute Samariter hätte sich da aufgeopfert & sich auf die beschwerliche Suche begeben, aber diese Nulpe trägt die Holde bloß ins Schloss zurück. Im Schloss stehen übrigens Ritterrüstungen rum, in welche unsere Wäsche-Mädels, auch keine Kinder von Traurigkeit, mal schlüpfen. Zur Strafe muss die eine, die erwischt wird, ablegen. Ein Striptease in Blech. Gestrippt wird im Bordell zwar nicht, jedoch werden die Gäste freundlich & mit blanken Popöchen begrüßt. Obwohl sie für jeden Spaß zu haben sind & keine Wünsche unerfüllt lassen (wird behauptet; gezeigt wird nix!), muss die Leiterin (Helen Vita) beim knausrigen Generalprokurator (Ernst Waldbrunn) die Notbremse ziehen.
Sie: "Wie hätten Sie's denn gern?" Er: "Gratis." Sie: "Tja, ich befürchte, mit dieser Perversität kann ich wirklich nicht dienen."
Wer auf erotische Kostümfilme, äh, steht, macht mit Alle Kätzchen naschen gern nichts falsch. Ein wenig schade ist, dass der Streifen nicht ein paar Jahre später entstanden ist. Denn dann hätten die Kätzchen bestimmt ausführlicher & zeigefreudiger genascht.