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Seien wir mal nicht pästlicher als der Papst, das Ding hier ist einer meiner persönlichen Faves der 60er Jahre! Der charismatische Todd Armstrong gab in diesem Trickklassiker, für den sich der damalige Mastermind Ray Harryhausen verantwortlich zeichnete den wohlbekannten Sagenhelden Jason, der auf der Suche nach dem golden Vlies so manch spektakuläres Abenteuer zu überwinden hatte.

Tyrannenkönig und Eroberer von Griechenlands Antike Pelias hat zwar nicht einmal die Götter zu fürchten, dennoch hat er eine Sorge, die ihm eben diese prophezeiten: irgendwann wird der „Mann mit der einen Sandale“ kommen, um ihn von seinem ermeuchelten Thron zu stürzen. Mit diesen warnenden Worten im Sinn begegnet er Jahrzehnte nach der Weissagung seinem Schicksal in Form des aufrichtigen Recken Jason, der ihn unwissentlich aus einer misslichen Lage befreit und ihm seine Bemühungen offenbart, für sein unterdrücktes Volk das goldene Vlies zu finden, um damit den Kampf gegen den Tyrannen aufzunehmen. Unter der Schirmherrschaft seines Erzfeindes, von dessen wahrer Identität Jason erst zu spät erfährt, ruft sich Jason mittels eines Turniers die so genannten „Argonauten“ zusammen, um mit ihnen per Segelschiff ans andere Ende der Welt zu segeln. Obwohl dem Champion die Götter, insbesondere Hera wohl gesonnen sind, gestaltet sich die Reise jedoch als alles andere als ein Spaziergang...

...genau. Und da hier, nicht so wie vergleichsweise in Petersens Monumentalepos „Troy“, die Götter alle Nase lang ihre Finger im Spiel haben, geht es hier trick- und bildgewaltig zur Sache. Harryhausen gab hier seine mit Abstand beste Arbeit ab und ließ unter anderem einen gigantischen Bronzetitan, eine Hydra, ein Harpienpaar und als absolutes Highlight eine Miniarmee bewaffneter Skelette auf die tapferen Argonauten los, dass es einem (natürlich für damalige Verhältnisse) total die Sprache verschlägt – selbiges gilt für die perfekt gewählten Schauplätze und die Mühsam errichteten Bauten. Nicht einen Augenblick ist dieser Schinken langweilig und für mich gilt er bis heute zu den absoluten Mustsees des Genres schlechthin. Der Zuschauer wird Zeuge von viel praller Action, massig mythischer Elemente und viel antiker Atmosphäre, die sich gewaschen hat. Hinzu kommen ein pompöser Soundtrack vom Allerfeinsten sowie glänzende und charismatische Darsteller bis in die Nebenrollen, nicht zu erwähnen das hohe Maß an Spannung und Dramatik. Zum Ausgleich wird nicht ständig so eklig dick aufgetragen wie sonst in diesem Genre fast typisch; eher wird des Öfteren mit einem Auge gezwinkert, und gerade das sympathische, unaufdringliche Ende ist dafür der beste Beweis! Also, wer auf solche Streifen steht und von stolzen Helden in strahlenden Rüstungen und Sandalen einfach nicht genug bekommen kann, dem sei dieses Epos wärmstens empfohlen – zweifelsohne ein Fantasyklassiker, wie er im Buche steht! Allein der Kampf dreier Argonauten gegen ein Dutzend wild gewordener Skelettkrieger ist etwas, was jeder Filmfreak auf jeden Fall intus haben sollte.

Klarer Fall für die Höchstwertung!

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