In den Anfangstagen der computerbasierten Animation gab es stets eine gesunde Rivalität zwischen Pixar und Dreamworks. Beide brachten ihre jeweiligen Blockbuster heraus und an den optischen Qualitäten mussten sich lange Zeit auch kleinere Produktionsschmieden messen lassen. Während Pixar immer mal wieder originelle Ideen zutage förderte, wurde es um Dreamworks etwas ruhiger, was das Langfilmdebüt des Franzosen Pierre Perifel wieder ein wenig relativieren könnte.
Wolf, Snake, Tarantula, Shark und Piranha bilden ein erfolgreiches Gauner-Quintett, das bislang noch nicht dingfest gemacht werden konnte. Doch ihr größter Coup schlägt fehl und ihre letzte Chance, sich vor dem Gefängnis zu bewahren, besteht aus einem Resozialisierungsprogramm, welches ausgerechnet der bestohlene Prof. Marmalade in die Wege leitet…
Soderbergh und Tarantino lassen mit ihren Heist-Beiträgen grüßen, denn bereits der Einstieg, als Wolf und Snake in einem Diner über die Bedeutung von Geburtstagen philosophieren, könnte glatt aus einem typischen Genrebeitrag der späten Neunziger stammen. Nur dass die Hauptfiguren eben Tiere innerhalb eines ansonsten weitgehend menschlichen Gefüges sind, denen überdies ein zweifelhafter Ruf anlastet, was nicht zuletzt einige Filme, aber auch klassische Märchen beeinflussten.
Es geht also um Vorurteile, um den jeweils schlechten Ruf, was einige im Verlauf zu revidieren versuchen, während sich andere stur dafür entscheiden, ihrem schlechten Ansehen gerecht zu werden. Natürlich spielt auch Loyalität innerhalb der Gruppe eine nicht unbedeutende Rolle, denn wie bei einem Krimi oft üblich, sind die dazugehörigen Lager zwischen Gut und Böse nicht immer klar definiert.
Mit der Planung und Durchführung des raffinierten Coups erreicht die Geschichte bereits im ersten Drittel ihren kleinen Höhepunkt, denn die temporeiche und gewitzte Handlung setzt auf Situationskomik und ein exaktes Timing. Zwar kommen einige Figuren wie Piranha ein wenig zu kurz und die vermeintlichen Verwandlungskünste des stets auffälligen Hais hätte man noch etwas mehr auf die Spitze treiben können, doch an leicht absurden Momenten mangelt es nicht.
Danach gehen dem Treiben leider ein wenig die Puste und gleichermaßen die Ideen aus, denn etwaige Twists sind zumindest für den erwachsenen Zuschauer weitgehend vorhersehbar und erst zum Finale wird das Tempo erneut merklich angezogen.
Die Qualität der Animation ist grundsolide und durch einige comichafte Stilmittel recht eigen, besonders gut sind einige Gesichtsausdrücke gelungen und auch eine rasante Verfolgung offenbart die Versiertheit der Animation.
Auf der Synchronschiene setzte man indes auf eher bekannte Namen, statt auf erfahrene Sprecher, wodurch nur Stimmakrobat Max Giermann positiv hervorsticht, während Sebastian Bezzel und Kurt Krömer ein wenig der Elan fehlt. Insgesamt geht die Synchro jedoch in Ordnung.
Unterhaltsam fällt die Krimikomödie schon aus, zumal auch Erwachsene ein paar deutliche Referenzen und Querverweise registrieren dürften. Handlungstechnisch geht der Stoff nicht allzu sehr in die Tiefe, diverse Wendungen überraschen nur bedingt, doch unterm Strich funktioniert der Streifen als familientauglicher Beitrag durchaus.
6,5 von 10