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Dieser Tatort besticht durch ein absolut geniales Drehbuch. Eine krass gute Geschichte, die eigentlich mehr ein persönliches Drama aufzeigt, so dass der Kriminalfall zur Nebensache wird.

Zu Beginn des Films taucht ein todkranker und alkoholabhängiger ehemaliger Schauspieler auf einem Polizeirevier auf und gesteht einen Mord, für den ein Schauspielkollege seit besagten 4 Jahren im Knast sitzt.

Damals war es auf einer Party des Inhaftierten zu einem tragischen Todesfall gekommen. Der Tote hatte kurz zuvor die Tochter des vermeintlichen Mörders sexuell belästigt, es folgte ein lautstarker Streit, an dessen Ende er dann tot im Pool trieb. Gestorben durch Stromschlag, denn irgendjemand hatte wohl einen Beleuchtungsständer ins Wasser gestoßen, was mit einem tödlichen Stromschlag endete. Auch ein Streifenwagen war kurz zuvor noch wegen Ruhestörung an besagter Party, der Hausherr benahm sich gegenüber den Beamten daneben. Und aufgrund eines dringenden Tatmotivs und fehlender Erinnerung des Beschuldigten, wurde der Schauspielstar dann verurteilt.

Ballauf und Schenk nehmen die Ermittlungen auf und untersuchen, ob es damals zu Ermittlungsfehlern gekommen sein könnte. Währenddessen muss der aus der Haft entlassene Schauspielstar feststellen, dass sich seine Umgebung vollkommen verändert hat. In seinem Haus an der Seite seiner Frau lebt ein neuer Mann, zufälligerweise genau jener Polizist, der damals die Ruhestörung aufgenommen hatte und auch als erster am Tatort gewesen war. Seine Frau und er hätten sich im Laufe der Ermittlungen verliebt, die Ehe sei ohnehin schon damals kurz vor dem Aus gewesen. Auch eine Rückkehr in den Beruf ist nicht mehr möglich, seine Dienste als Schauspieler sind nicht mehr gefragt. Und auch seine Tochter kommt mit der neuen Lebensveränderung nicht klar, hatte sie sich doch gerade erst mit dem Schicksal abgefunden.

Es ist toll gespielt und inszeniert, wie ein Unschuldiger vor den Scherben seines Lebens steht. Mittlerweile finden die Kommissare heraus, dass womöglich eine Bestechung für ein falsches Geständnis im Spiel sein könnte. Erhellend ist auch, dass der neue Lebensgefährte der Frau sie bereits vor dem unheilvollen Abend kannte. Und so steuern alle Beteiligten auf eine Katastrofe zu.

Ich fand das Skript genial und empfehle es Hollywood wärmstens für ein Remake. Toller Film!

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