Carl Franklin, der Regisseur von „Out of Time“ ist ein Fan von modernisiertem „film noir“ und hatte mit Denzel Washington schon einmal einen ähnlichen Thriller gedreht („Devil in a Blue Dress“).
Hier schickt seinen Star in ein Rennen gegen die Zeit, nachdem er von einem Gaunerpärchen ausgetrickst wurde. Washington spielt Whitlock, den Sheriff eines kleinen Städtchens, der sich leider auf ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau eingelassen hat, die offenbar eine Krebsoperation vonnöten hat. Kurz entschlossen verwendet er bei ihm eingelagertes Mafiageld für die OP, sieht er doch eine Chance durch eine Versicherungspolice die Kohle zurück zu bekommen. Natürlich ist die ganze Chose getürkt und als dann auch noch zwei Leichen auftauchen und das Geld sofort und auf der Stelle beim Prozess benötigt wird, gerät die Situation heikel…
Leider muß man sagen, ist „Out of Time“ nicht so gelungen, wie Franklin das vielleicht beabsichtigt hatte. Da wird einfach zu viel an Zufällen aufeinander gehäuft und die ganze Problemsituation wirkt mehr als konstruiert. Unter extremem Zeitdruck muß Washington nun die Betrüger entlarven, sie wieder finden und jede seiner Beteiligungen in dem Fall beseitigen, während seine Exfrau um ihn rum ermittelt und das FBI natürlich das Mafiageld will.
Das sorgt zwar für einiges an Tempo, aber nicht gerade an Überzeugungskraft. Eine besonders dichte Sequenz, in der er seine Anrufe aus einer Telefonliste löscht, wirkt leider um so lächerlicher, wenn fünf Personen ewig auf ein Fax warten, dessen Modemanschluß gezogen ist. Whitlock verhält sich geradezu lächerlich nervös, so dass es auch einem Kleinkind auffallen müsste, das etwas nicht stimmt und die Loyalität seines leicht trotteligen Pathologen ist so ziemlich in gar nichts begründet.
Vor allem aber kränkt der Film an einem sehr langsamen Aufbau, der den Betrug in allen Grundzügen präsentiert, obwohl jede „Vorsicht Falle!“-Sendung uns entgegenschleudert, wo hier die Untiefen lauern. Washington muß schön in jede verfügbare Falle treten und anschließend geht alles schief, was nur schief gehen kann, das aber in einer Frequenz, die alles nur aufgeblasen und lächerlich wirken lässt.
Unbedarfte Naturen laben sich vermutlich trotzdem an recht pulsierenden Geschehen in der zweiten Hälfte, aber eine unterschwellige Ebene, eine Auseinandersetzung mit Moral und/oder Schuld, eine Läuterung oder Reinigung findet hier nie statt.
Stattdessen wird er von Bald-Wieder-Frau und Freund gedeckt und niemand scheint sich sonst daran zu stören, das die ganze Story voller Widersprüche steckt.
Aber so ist das nun mal im Königreich purer Funktionalität, eine Weile hält es vor, dann verliert es wie Kaugummi seinen Geschmack und Wiedersehenswert ist nicht festzustellen.
So haben sich die Detektive und Verfolgten in ausweglosen Situationen nicht ihren Ruhm geerntet, aber die bekamen auch keine achtstelligen Schecks. (5/10)