Review

Fast könnte man von einem waschechten Slasher ausgehen, zumal Cheerleader gefühlt in jedem zweiten Genrebeitrag die Hauptgruppe eines maskierten Killers darstellen. Doch der von Lifetime produzierte TV-Film ist auf eine eher jüngere Zielgruppe zugeschnitten, die es nicht so derb und blutig mag.

Audrey ist überglücklich, als sie nach dem Casting bei den Cheerleadern der LA Renegades angenommen wird. Kurz darauf wird Bailey, eine erfahrene Tänzerin umgebracht und Walter, der Star des Basketballteams unter Arrest gestellt. Audrey glaubt an Walters Unschuld und ermittelt auf eigene Faust, als sich ein weiterer Todesfall ereignet…

Die zynische und selbstironische Stimmung der Eröffnungsszene wird leider nicht lange beibehalten, als Audrey per Voiceover eine Fluchtszene dokumentiert und das Ableben einer Nebenfigur als Bestandteil eines Slashers ins Visier nimmt. Im Verlauf kommt man auf jene Szene noch einmal zurück, doch es dauert recht lange, bis sich überhaupt etwas Nennenswertes ereignet. Lange Zeit stehen Vortanzen und eine Romanze im Vordergrund, von kriminellen Machenschaften ist der Stoff zunächst weit entfernt.

Zwar ergibt sich mit Audrey eine sympathische Hauptfigur, die auch mal ins Fettnäpfchen tritt und tapfer im Alleingang ermittelt, doch der Kreis der Verdächtigen bleibt überschaubar, einschließlich eines komplett klischeehaften Hausmeisters. Viel Raum für ein Whodunit bleibt nicht und zudem wird die Auflösung relativ früh enthüllt, wonach es nur noch darum geht, Tatverdächtige mit Beweisen dingfest zu machen, was recht naiv und überkonstruiert daherkommt.

Immerhin können sich die jungen Damen weitgehend synchron bewegen, allerdings will man dem Publikum eine über 30jährige als Schülerin verkaufen, während es beim Basketballteam offenbar nur einen Spieler gibt, zumindest sind die übrigen nie zu sehen und regulären Schulunterricht genießt das Kollektiv von Hupfdohlen offenbar auch nicht. Wobei, nichts gegen Cheerleading, was hinsichtlich akrobatischer Nummern eine Menge an Kraft/Ausdauer voraussetzt, während man hier nicht übers 08/15 Tanzen hinauskommt, was überdies zuviel Screentime in Anspruch nimmt.

Folgerichtig dürften sich Fans härterer Kost schon früh gelangweilt zeigen, denn die wenigen Kills fallen komplett unspektakulär aus und spannende Einlagen sind an einer Hand abzuzählen. Darstellerisch wird zwar ein passables Niveau geliefert und handwerklich ist wenig anzukreiden, doch das Mitfiebern hält sich arg in Grenzen.
4 von 10

Details
Ähnliche Filme